Frü­he und strik­te Lock­downs kön­nen mit­tel­fris­tig der Wirt­schaft hel­fen

  • Beitrags-Kategorie:Wirtschaft / Wissenschaft
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Einer Ana­ly­se des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) zufol­ge, kön­nen kurz­wei­li­ge Lock­downs die mit­tel­fris­ti­gen öko­no­mi­schen Schä­den durch die Pan­de­mie min­dern. Dies tref­fe, so die Öko­no­men Fran­ces­co Gri­go­li und Damia­no Sandri, ins­be­son­de­re auf wohl­ha­ben­de­re Gesell­schaf­ten – wie die unse­re – zu, in denen frei­wil­lig „Social Distancing“ betrie­ben wird. Eben die­ses (sinn­vol­le) frei­wil­li­ge „Social Distancing“ habe mit­tel­fris­tig schlim­me­re Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft als kur­ze, aber strik­te Lock­downs. Kann man sich gut vor­stel­len, denn ange­sichts der stei­gen­den Fall­zah­len scheut es vie­le, in gut besuch­te Restau­rants zu gehen oder eine Shop­ping­tour zu unter­neh­men …

The lar­ge con­tri­bu­ti­on of vol­un­ta­ry social distancing in redu­cing mobi­li­ty and job postings should warn poli­cy­ma­kers against lif­ting lock­downs when infec­tions are still ele­va­ted in the hope of jump­st­ar­ting eco­no­mic acti­vi­ty. […] The effects are par­ti­cu­lar­ly strong if lock­downs are adop­ted ear­ly in a country’s epi­de­mic.

Fran­ces­co Gri­go­li und Damia­no Sandri (IMF­Blog)

Lock­downs füh­ren zu rapi­de sin­ken­den Fall­zah­len, wodurch gro­ße Tei­le der Bevöl­ke­rung frei­wil­li­ges „Social Distancing“ nicht län­ger als not­wen­dig erach­ten. (Eine Ana­ly­se von Flax­man, Mishra, Gan­dy et al., erschie­nen in Natu­re, weist sogar dar­auf hin, dass Lock­downs die ein­zig effek­ti­ve Ein­däm­mungs­maß­nah­me sein könn­ten.)

Die­se Argu­men­ta­ti­on steht im Kon­trast mit den wie­der­keh­ren­den Ver­laut­ba­run­gen aus Poli­tik und Wirt­schaft, nach denen ein Lock­down unter allen Umstän­den zu ver­mei­den sei.

Eini­ge weni­ge bezwei­feln die Sinn­haf­tig­keit von Lock­downs (= de fac­to Aus­gangs­be­schrän­kun­gen) gänz­lich. Denen lege ich fol­gen­de Gra­fi­ken ans Herz … Sie zei­gen die Mobi­li­tät der Bevöl­ke­rung drei­er ita­lie­ni­scher Regio­nen (blau) und die Ent­wick­lung der regis­trier­ten Sars-CoV-2-Infek­tio­nen (rot). Mit einer gewis­sen Ver­zö­ge­rung (Inku­ba­ti­on, Tes­tung) errei­chen die Fall­zah­len nach Redu­zie­rung des Mobi­li­täts­ver­hal­tens ein Pla­teau und sin­ken:

Bei­trags­bild: Natio­nal Insti­tu­te of All­er­gy and Infec­tious Dise­a­ses

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Intern: Fuß­no­ten in Blog­posts

  • Beitrags-Kategorie:In eigener Sache
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Es gehört zu den Pro­ble­men vie­ler Inter­net­quel­len, das sie undurch­sich­tig sind und ihre Glaub­wür­dig­keit nur schwer ein­schätz­bar ist. Das liegt mit­un­ter dar­an, dass im Gegen­satz zur klas­si­schen wis­sen­schaft­li­chen Publi­ka­ti­on in einem Jour­nal oder dem eta­blier­ten Print-Medi­um kein Ver­lags­haus bzw. kei­ne Redak­ti­on für den Inhalt bürgt.

Doch Inter­net­quel­len sind längst ein unver­zicht­ba­rer Bestand­teil des glo­ba­len Wis­sens­kor­pus. Vie­le Schul- und Uni­ver­si­täts­auf­ga­ben wären ohne die Mög­lich­keit, glaub­wür­di­ge Quel­len online zu fin­den, nicht zu bewäl­ti­gen. Und ins­be­son­de­re bei nischi­gen The­men lohnt sich dabei ein Blick in die ein­schlä­gi­gen Blogs.

Die wie­der­um müs­sen sich das Ver­trau­en ihrer Leser:innen erar­bei­ten. Das bedeu­tet: maxi­ma­le Trans­pa­renz, was die Quel­len anbe­langt.

Ich habe bis­her auf das Aca­de­mic Blogger‘s Tool­kit gesetzt. Die­ses Wor­d­Press-Plugin hat aller­dings den erheb­li­chen Nach­teil, dass die Fuß­no­ten – durch die Ver­wen­dung von Sym­bo­len – unüber­sicht­lich gestal­tet sind.

Das Aca­de­mic Blogger‘s Tool­kit macht Fuß­no­ten durch Sym­bo­le kennt­lich.

Lan­ge habe ich nach einer Alter­na­ti­ve gesucht, die ich in nun Big­foot gefun­den habe.1

Wie demons­triert stellt Big­foot Fuß­no­ten als klei­nes Icon mit Aus­las­sungs­punk­ten dar. Die Fuß­no­te kann durch einen Klick auf das Icon geöff­net wer­den; zudem fin­den sich alle Fuß­no­ten gesam­melt am Ende des Blog­posts.

Big­foot zeigt Fuß­no­ten mit einem klei­nen Icon an.

Nach wie vor gilt jedoch: Was über einen Hyper­link ver­wie­sen wer­den kann, wird über einen Hyper­link ver­wie­sen! Wenig ist so ner­vig, wie von einem Blog­post auf eine Text­stel­le aus einem (ana­lo­gen) Buch ver­wie­sen zu wer­den.

Soll­te man fürch­ten, dass die Quell­sei­te eines Tages off­line genom­men wird, kann man die­se mit einer Way­back Machi­ne sichern. Das ist ins­be­son­de­re für län­ger­fris­ti­ge Recher­chen sinn­voll, denn in der digi­ta­len Welt ticken die Uhren schnel­ler.


  1. Big­foot ist ein jQue­ry-Plugin und damit in der Instal­la­ti­on tech­nisch auf­wen­di­ger.

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Refle­xi­on: „CO2 – Das neue Gold!?“

Ges­tern Abend war ich zu Gast bei einer klei­nen Hybrid­ver­an­stal­tung des Rotan­da Busi­ness Clubs und der Fried­rich-Nau­mann-Stif­tung. Das Podi­um lief unter dem Mot­to „CO2 – Das neue Gold!?“. Neben mir war noch Dr. Ste­fa­nie Kes­ting mit an Bord. Sie ist Direc­tor of Inno­va­ti­on beim Ener­gie­kon­zern Uni­per; mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Oli­ver Kirch­hof, den ich noch vom Hes­si­schen Inno­va­ti­ons­kon­gress ken­ne.

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Bei sol­chen Ver­an­stal­tun­gen gibt es eigent­lich nur schwarz und weiß: Ent­we­der man ist rei­nes Aus­stel­lungs­stück und hofft nur, dass es irgend­wie zu Ende geht, oder es ist eine wah­re Freu­de und man lernt unheim­lich viel dazu. Dies­mal war es Letz­te­res.

Des­we­gen möch­te ich an die­ser Stel­le ein paar Gedan­ken reflek­tie­ren und mit Ihnen tei­len:

CO2 Uti­liz­a­ti­on

Dr. Kes­tings Fach­ge­biet sind Tech­no­lo­gien zur Rück­ge­win­nung von bereits frei­ge­setz­tem Koh­len­stoff­di­oxid – ein wich­ti­ger Bau­stein auf dem Weg zu einer dekar­bo­ni­sier­ten Gesell­schaft. Etwas sper­rig wird die­se Pro­ze­dur CO2 Uti­liz­a­ti­on, also Nutz­bar­ma­chung von CO2, genannt.

Dabei ist das, was pas­siert, in gro­ßen Tei­len nichts ande­res als Foto­syn­the­se. Ja genau, das mit den Pflan­zen …

CO2 wird bei der Ver­bren­nung von lang­ket­ti­gen Koh­len­was­ser­stof­fen (KWS) emit­tiert. Der Koh­len­stoff (C-) oxi­diert zu CO2. Klas­si­sche lang­ket­ti­ge KWS fin­den sich in Treib­stof­fen wie Erd­öl und Ben­zin. Bei der Oxi­da­ti­on wird Ener­gie – meist in Form von ther­mi­scher Ener­gie – frei. (Bei beson­ders lang­ket­ti­gen KWS kön­nen nicht alle C‑Atome mit Sauer­stoff (O2) bin­den; die­se C‑Atome wer­den dann als Ruß sicht­bar.)

Für die CO2 Uti­liz­a­ti­on muss – wie bei der Foto­syn­the­se – die­se che­mi­sche Reak­ti­on umge­kehrt wer­den, es geht folg­lich um die Rück­re­ak­ti­on: CO2 wird in gro­ßen Men­gen zu lang­ket­ti­gen KWS redu­ziert. (Bei der Foto­syn­the­se wird CO2 über ein kom­ple­xes Redox-Sys­tem zu Glu­co­se redu­ziert, wobei Sauer­stoff als Neben­pro­dukt ent­steht.)

Der Trend geht in Rich­tung Treib­stof­fe aus CO2. Das bedeu­tet, dass wir mit­tels CO2 Uti­liz­a­ti­on das „Loch im Koh­len­stoff­kreis­lauf“ schlie­ßen könn­ten, das wir durch die Ver­bren­nung fos­si­ler Brenn­stoff ver­ur­sacht haben.

Mir war bis ges­tern Abend nicht klar, dass Kon­zer­ne wie Uni­per gera­de Anlauf neh­men für einen gewal­ti­gen tech­no­lo­gi­schen Sprung.

Solu­tio­nis­mus

Doch Anlauf­neh­men allein macht noch kei­nen gelun­ge­nen Sprung aus. Wie weit kön­nen sie sprin­gen? Ist die Lan­dung weich?

Tat­säch­lich bleibt bei mir eine gesun­de Skep­sis gegen­über CO2 Uti­liz­a­ti­on. Mir miss­fällt eine Prä­mis­se, die vie­le Akteu­re aus dem Bereich der Ener­gie­wirt­schaft stel­len: „Wir brau­chen eine Pro­blem­lö­sung.“

Wie­so über­haupt sprin­gen? Wovor lau­fen wir weg? Soll­ten wir nicht bes­ser umkeh­ren?

Die­se Men­ta­li­tät, die sich ins­be­son­de­re im Sil­li­con Val­ley beob­ach­ten lässt, wird Solu­tio­nis­mus genannt (vom eng­li­schen Wort „solu­ti­on“). Im Sil­li­con Val­ley lösen sie mit einer App, einem But­ton alle Pro­ble­me, die sie vor­her selbst ver­ur­sacht hat­ten.

In Deutsch­land ist die Ener­gie­wirt­schaft – alles, was aus der Steck­do­se kommt oder warm macht – für den größ­ten Teil der CO2-Emis­sio­nen ver­ant­wort­lich. Die­ser Wirt­schafts­zweig hat ein Ver­trau­ens­pro­blem, wenn es jetzt dar­um geht, Lösun­gen zu fin­den für Pro­ble­me, die nie in die­sen Dimen­sio­nen hät­ten ent­ste­hen sol­len.

Es fühlt sich auch bes­ser an, zu hof­fen, eines Tages kommt der grü­ne But­ton, der uns vor der bit­te­ren Rea­li­tät der Kli­ma­kri­se ret­tet. Aber was, wenn die Lan­dung nicht weich ist? Wenn dann Hals- und Bein­bruch kom­men …

Kön­nen wir uns eine sol­che Wet­te mit dem Kli­ma wirk­lich leis­ten?

Eine Brü­cke bau­en

Allei­ne müs­sen wir sprin­gen, um die Kluft zu über­win­den. Die­se Wet­te wider­sprä­che aller Ver­nunft.

Lasst uns statt­des­sen gemein­sam eine Brü­cke bau­en. Gro­ße Pro­ble­me bedür­fen grö­ße­ren Lösun­gen.

Im Herbst letz­ten Jah­res ver­fass­te ich zusam­men mit Eme­ly Dil­chert einen Appell:

„Wir sind uns sicher, dass wir unse­rer Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den kön­nen. Dafür müs­sen wir von heu­te an gemein­sam, Sei­te an Sei­te und Schritt für Schritt hel­fen. Wir glau­ben, dass wir an die­ser Her­aus­for­de­rung als Gesell­schaft wach­sen wer­den. Und das soll­te die Form von Wachs­tum sein, die uns wirk­lich stolz macht.“

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Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gung: CO2 – das neue Gold?

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Am 8. Sep­tem­ber 2020 bin ich beim Düs­sel­dor­fer Rotan­da Busi­ness Club und der Fried­rich-Nau­mann-Stif­tung zu Gast. Im For­mat #Updatebar geht es um den Aus­tausch unter „unge­zwun­ge­ner Atmo­sphä­re“.

Leerer Gang zwischen zwei Stuhlreihen, die zu einer Bühne hinführen
Bild: Skit­ter­pho­to

Zusam­men mit Dr. Ste­fa­nie Kes­ting (Direc­tor Inno­va­ti­on UNIPER und Pre­si­dent Board of Direc­tors von CO2 Value Euro­pe) spre­che ich über das The­ma: „CO2 – das neue Gold?“. Dazu habe ich auf die­sem Blog bereits meh­re­re Tex­te ver­öf­fent­licht.

Die Ver­an­stal­tung beginnt um 19 Uhr. Auf­grund der Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Coro­na­vi­rus ste­hen nur begrenzt Sitz­plät­ze zur Ver­fü­gung. Tickets kön­nen hier bzw. unter die­ser Ankün­di­gung erwor­ben wer­den.

Update (24.08.2020): Die Ver­an­stal­tung fin­det hybrid statt. Hier kön­nen Sie sich für den Live­stream (via Zoom) anmel­den.

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Intern: Ver­bes­ser­te Lese-Erfah­rung

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Immer mal wie­der ände­re ich Klei­nig­keit an die­sem Blog. Die­se Woche habe ich gleich zwei Anpasun­gen – und hof­fent­lich auch Ver­bes­se­run­gen – vor­ge­nom­men:

  • der Body bekam eine neue Schrift­art und
  • Blog­posts haben jetzt eine Leis­te, die den Lese-Fort­schritt anzeigt.

Bis­lang nutz­te ich auf der gesam­ten Sei­te Noto Sans. Eine Schrift­art, die nicht nur gut les­bar ist, son­dern auch modern aus­sieht.

Aller­dings war mir ihr Aus­se­hen im Body nie modern genug. Des­we­gen lesen Sie die­sen Text jetzt in Nuni­to – einer schlich­ten, moderne(re)n Font.

Was außer­dem schon län­ger auf mei­ne To-Do-Lis­te stand, war eine Leis­te, die den Lese-Fort­schritt anzeigt. Das Plugin Rea­ding pro­gress­bar macht‘s mög­lich:

Über der Menü­leis­te zeigt ein schwar­zer Bal­ken den Lese­fort­schritt an.
Der schwar­ze Bal­ken wächst mit dem Lese-Fort­schritt.
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