Der menschengemachte Klimawandel ist eine Realität, der wir uns stellen müssen. Jetzt. Sonst könnte es zu spät sein. Denn wir haben etwas losgetreten, deren Folgen wir nur schwer abschätzen können.

Wir haben kein Umweltproblem. Wir haben ein Gesellschaftsproblem.

So spitzte es Prof. Dr. Maja Göpel kürzlich in einem Interview mit Jung & Naiv zu. Göpel ist Vorsitzende des unabhängigen Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderung der Bundesregierung. Der Mensch ist in seiner unermesslichen Vernarrtheit in jedwede Form von Bequemlichkeit und in seinem relationsvermessenen Streben nach Materiellem das eigentliche Problem. Doch in seiner Ignoranz verpasst er, sich dieser Tatsache zu stellen. Das geht so weit, dass liberale Kräfte (an vorderster Front die FPD) hergebrachte „Freiheiten“ bedroht sehen, wird beispielsweise gefordert, das Auto in der Garage stehen zu lassen.

Was die einen zu einem Refugium individueller Freiheiten verklären, ist jedoch ein Darlehen auf Kosten künftiger Generationen. Für die Fahrt zur Arbeit eine Tonne Metall, Plastik und Textil zu transportieren, darauf kann nur beharren, wer entweder eine Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität etabliert hat oder aufgrund minderer Intelligenz und fehlenden Wissens nicht dazu in der Lage ist, die Irreversibilität der pathologischen Schäden am Ökosystem zu verstehen.

Eine Gruppe schlägt auf einen schwächeren Menschen ein. Grobe Schläge auf den Kopf. Draufhauen, bis nichts mehr zu retten ist. Polytrauma! Das Herz schlägt noch, doch die neurologischen Schäden führen zum Hirntod. Dieser Zustand ist irreversibel, nicht umkehrbar. Nichts nützt mehr. Juristisch tot. Lebenserhaltende Maßnahmen sind überflüssig.

Was die einen zu einem Refugium individueller Freiheiten verklären, ist jedoch ein Darlehen auf Kosten künftiger Generationen. Für die Fahrt zur Arbeit eine Tonne Metall, Plastik und Textil zu transportieren, darauf kann nur beharren, wer entweder eine Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität etabliert hat oder aufgrund minderer Intelligenz und fehlenden Wissens nicht dazu in der Lage ist, die Irreversibilität der pathologischen Schäden am Ökosystem zu verstehen.

Eine Gruppe schlägt auf einen schwächeren Menschen ein. Grobe Schläge auf den Kopf. Draufhauen, bis nichts mehr zu retten ist. Polytrauma! Das Herz schlägt noch, doch die neurologischen Schäden führen zum Hirntod. Dieser Zustand ist irreversibel, nicht umkehrbar. Nichts nützt mehr. Juristisch tot. Lebenserhaltende Maßnahmen sind überflüssig.

Das Ende des Tasmanischen Teufels

In diesem auf den Menschen bezogenen Fall wird Irreversibilität konkret. Auch in der Dynamik von Ökosystemen bestehen solche Kipppunkte. Sobald dieser kritische Zustand erreicht ist, kann das Ökosystem nicht in seinen (gesunden) Ursprungszustand zurückkehren. Ein Kipppunkt wäre beispielsweise die Dezimierung einer Art auf wenige Individuen. Der Genpool der Art wäre zu klein, um die vitale Ursprungspopulation wiederherzustellen. Die innerartliche Variabilität wäre nachhaltig geschädigt, da die wenigen verbleibenden Individuen über Generationen hinweg Inzest betreiben müssten. Es käme zu Erbkrankheiten und einer verminderten Fertilität. Langfristig würde die Art aussterben. So erging es dem Tasmanischen Teufel. Seine Art wurde derart ausgerottet, dass sich bei den verbleibenden Individuen eine schwere, virale Tumorerkrankungen ausbreiten konnte. Derzeit steht es nicht gut um den Tasmanischen Teufel.

Irreversibilitäten sind allerdings nicht nur im Bereich der Biodiversität festzustellen, sondern auch was Stoffkreisläufe im Ökosystem angeht: Durch übermäßige CO2-Emissionen wird der Treibhauseffekt künstlich verstärkt, wodurch sich die Temperatur in der Erdatmosphäre erhöht. Die Temperaturerhöhung führt dazu, dass sich Gase aus den Meeren lösen, da deren Löslichkeit mit steigender Temperatur nachlässt. Diese teils klimawirksamen Gase kurbeln den Treibhauseffekt weiter an. Die Atmosphärentemperatur steigt. Ein Grad, eineinhalb Grad … Daraufhin beginnen die Permafrostböden zu schmelzen, in denen Millionen Tonnen CO2 gebunden sind …

Diese positiven Rückkopplungen führen dazu, dass schwer absehbar ist, wann wir den Kipppunkt in Sachen CO2-Ausstoß erreichen werden. Erst kürzlich stellten Wissenschaftler fest, dass die Arktis schneller schmilzt als prognostiziert. Zuverlässige Prognosen sind eine große Herausforderung.

Klimafolgenforschung ist komplex. Doch die Lösungen sind simpel: Wir müssen unsere Gesellschaft grundlegend neu denken und reformieren.

  • Eben mal nach Mallorca in den Urlaub? Teil des Problems.
  • Fahrt zum Supermarkt, um Würstchen für den Grillabend zu kaufen? Teil des Problems.
  • Billige trendige Kleidung bei Primark kaufen? Teil des Problems.
  • Kreuzfahrt durch das Mittelmeer? Teil des Problems.
  • Mit dem SUV quer durch die Stadt? Teil des Problems.

Um auf die Schlägerei zurückzukommen: Es stellt sich die Frage, ob dem Opfer eine größere friedfertige Gruppe zur Hilfe kommt. Und, ob es dann schon zu spät ist und die lebenserhaltenden Maßnahmen nur über den längst eingetretenen Hirntod hinwegtäuschen.


Bild: Pixabay