Während des Kommunalwahlkampfs begegnete ich immer wieder einer Aussage: Es fehlt an Raum für die Jugend. Jugendliche und junge Erwachsene kritisierten, dass es – jenseits der Pandemie – kaum noch anmietbare Räume zum Feiern gebe. Sportplätze seien nicht öffentlich zugänglich und für Jugendliche attraktive Orte würden mit Absicht für jene Zielgruppe unattraktiver gemacht. Als Beispiel dafür wurden die Alkoholverbotszonen in Eltville angeführt.

Im Kreistag kann ich mich dafür einsetzen, dass Liegenschaften des Kreises jugendfreundlich gestaltet werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Niemand lernt gerne in einem Betonklotz aus den späten 70er-Jahren. Bei der Gestaltung von Schulgebäuden wird heute großen Wert auf Energieeffizienz, Brandschutz und optimale Raumnutzung gelegt. Dabei rückt die Lernumgebung in den Hintergrund.

Das ist allerdings nicht, was die Wähler*innen (primär) von mir wollten, als sie mehr Raum für die Jugend forderten. Und weil ich es ziemlich wohlfein finde, zu sagen, tja, da kann ich auf Kreisebene nichts machen, habe ich eine Initiative gestartet. Das kann man als reine Symbolpolitik abtun. Oder man sieht es als Chance. Denn eine solch gebündelte Kritik kann von den städtischen Entscheidungsträger*innen nicht ignoriert werden.

Raum für die Jugend fordert:

  • Jugendliche und typisch jugendliche Aktivitäten dürfen nicht systematisch diskriminiert werden.
  • Für jeden Ort, der Jugendlichen weggenommen wird, muss ein gleichwerter Ort geschaffen werden, an dem sich Jugendliche wohlfühlen.
  • Dafür müssen die Interessen der Jugend niedrigschwellig angehört und berücksichtigt werden.
  • Kollektivstrafen aufgrund des Handelns einzelner Chaot*innen lehnen wir ab. Das führt nur zur Verhärtung der Fronten und sorgt für Unmut. (siehe Punkt 1)

Mittlerweile haben 260 Menschen und drei Organisationen als Unterstützer*innen unterschrieben. Dabei ist eine große Mehrheit selbst betroffen, wie ein Blick auf die Altersstruktur der Unterzeichner*innen zeigt:

Am 18. Mai hat auch der Wiesbadener Kurier über den Erfolg der Initiative berichtet:

Mehr als 250 Unterschriften für eine Jugendinitiative im Rheingau hat der 21-jährige Grünen-Kreistagsabgeordnete Dominik Lawetzky in einer Woche gesammelt – und es sollen noch mehr werden. Die Initiative „Raum für die Jugend“ fordert wieder mehr öffentlichen Raum für Jugendliche und junge Erwachsene im Rheingau.

Die Initiative wird in den nächsten zwei Wochen weiter um Unterstützung werben. Auf der (rudimentären) Website lässt sich der Forderungskatalog, eine Liste mit gemeldeten Orten und die vollständige Unterstützer*innen-Liste einsehen.

Wieder mehr Raum für die Jugend!
Eine Initiative der Jugend im Rheingau

Was passiert dann? Ich bin bereits in Kontakt mit einigen städtischen Organisationen und Entscheidungsträger*innen. Neben der offiziellen Übergabe des Forderungskatalogs wird es Gespräche und hoffentlich auch öffentliche Veranstaltungen zum Thema Raum für die Jugend geben. Dazu melde ich mich nochmal, sobald alles „in Butter“ ist.