„Was ist noch besser als ein langer Blogpost?“, habe ich in meiner vorletzten Augenmerk-Ausgabe gefragt. Natürlich lautet die Antwort: ein Buch. Und genau das habe ich vor, im nächsten Jahr zu tun: Ich werde ein Buch schreiben.

Ja, ich weiß, an einen Buchvertrag komme ich nicht so einfach und der Buchmarkt kann auf einen weiteren Schreiberling verzichten. Doch um einen Buchvertrag geht es mir nicht. Noch weniger geht es mir darum, ein Buch zu veröffentlichen.

Der französische Essayist Joseph Joubert schrieb in Gedanken, Versuche u. Maximen: „Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern Gewinn.“ In einer Diskussion zu siegen, bedeutet das Ende der Diskussion und eine Niederlage aller. Diskussion – ob als Debatte oder Streitschrift – ist ein Erkenntnisprozess.

Glauben Sie an einen Gott? Ich tue es nicht, glaube aber, Ihnen darlegen zu können, dass Religionen zivilisatorischen Fortschritt behindern. Religiöse Dogmen sind die Antithesen zum humanistisch-zivilisatorischen Fortschritt – soweit meine These. Dennoch wirken religiöse Dogmen in alle Bereiche unseres Lebens hinein – von der Politik, über die Wirtschaft bis hin zu unserer Konzeption von Gesellschaft.

Im kommenden Jahr will ich mich in eine Diskussion über Gott und die Welt begeben; nicht um mehr Chaos zu stiften, sondern um Ordnung in meine Gedankenwelt zu bringen. Ich werde für einen (post-)modernen Antitheismus werben, der sich gleichermaßen gegen die fünf Weltreligionen, Konsumreligionen wie kontrafaktische Ideologien richtet.

Meine These wird nicht dazu beitragen, dass Sie mir meine erkenntnisorientierte Absicht glauben, und ich werde Ihnen zeigen, wieso Sie auch mir nicht glauben sollten. Die einen werden das Buch als blasphemisch begreifen und meine Sichtweise ablehnen, ohne einen Blick hineingeworfen zu haben. Die anderen werden sich in Selbstbestätigung suhlen, ohne sich auf den Zweifel einzulassen. Beiden genügt der Glaube. Damit kann ich leben und noch viel schlimmer: Damit müssen diese Kritiker*innen leben.

Ich werde meine Erfahrungen aus der Arbeit an dem Buch unter dem Schlagwort Projekt 2021 dokumentieren. Getreu dem Motto, „der Weg ist das Ziel“, werde ich über meine Fortschritte und über meine Rückschläge schreiben. Zu diesem Zweck habe ich eine Übersichtsseite eingerichtet, auf der Sie zu mehreren Stationen gelangen. Jede Station ermöglicht Ihnen tiefere Einblicke in meine Arbeit. Wie tief, wird sich zeigen.

Projekt 2021
In 365 Tagen werde ich ein Buch geschrieben haben. Es handelt von Gott und der Welt. Oder sollte ich besser sagen: vom Gott gegen die Welt?