Auch nach einem Jahr Pandemie bietet Rheingau-Taunus-Kreis nur PDF-Dateien für die Dateneinsicht an.

Ich habe mich entschieden, dieses Problem endlich anzugehen – wenn es die Kreisverwaltung nicht hinbekommt, dann halt DIY.

Glücklicherweise stellt das RKI seine Daten über eine Schnittstelle zur Verfügung. Ziel ist eine Shiny-App mit einem R-Skript im Hintergrund: eine Website, auf der alle wichtigen Plots täglich aktualisiert einsehbar sind.

Hier findet sich das GitHub Repository zu dem Projekt.

Hier geht es zur Beta-Version des COVID-Panels.

Update (05.03.2021)

Seit heute läuft die erste Beta-Version (v0.2) des COVID-Panel Rheingau-Taunus auf einer Shinyapps.io-Instanz.

Release Report:

  • Daten laden automatisch über die ArcGIS-Schnittstelle des RKI
  • Daten werden effizienter geladen (nur Rheingau-Taunus-Kreis)
  • ggplot-Implementierung (neue Fälle, kumulierte Fälle, Alterstruktur, Todesfälle)
  • geglätte Plots (verschiedene Glättungsmethoden)
  • Regler zur Auswahl von Betrachtungszeitraum und Skalierung der y-Achse bei neuen Fällen
  • einige Erklärungen hinzugefügt (RKI-Schnittstelle, Download der Plots)

Roadmap:

  • Anzeige des Betrachtungszeitraums in den Plots
  • einfacher Download-Button, viele weitere mögliche Plots (z. B. Geschlechterverteilung)
  • Möglichkeit zum Vergleich zweier Betrachtungszeiträume

Update (26.02.2021)

  • In den letzten sieben Tagen nahm die Dynamik wieder zu. Pro Tag kommen wieder mehr Infizierte hinzu (rosafarbig). Diese Entwicklung bildet besonders gut der geglättete Wert der täglichen Neuinfektionen ab.
  • Innerhalb von sechs Wochen gab es im Kreis fast 1000 Neuinfektionen. Das entspricht einem Fünftel des gesamten Infektionsgeschehens seit März.
  • Noch lassen sich diese Entwicklungen nicht auf die Situation in den Schulen zurückführen. Dafür müssen wir weitere sieben Tage warten.
  • Generell lässt sich feststellen, dass vor allem die Altersgruppe zwischen 35 – 59 betroffen ist. Dort zeigen sich die meisten Infektionen. Es folgt die Altersgruppe 15 – 34 Jahre.
  • Die Altersgruppe 5 – 14 wirkt bei einem Blick auf das Histogramm weniger betroffen. Eine solche Aussage ist jedoch nicht zulässig, da a) der Gruppenintervall kleiner ist, b) die Gruppe selbst auch sehr viel kleiner ist. Hier müssten relative Werte herangezogen werden (steht auf der Roadmap).
  • Dem RKI liegen keine Daten zur Verteilung der Infektionen über die Städte und Gemeinden vor. Diese Daten hat einzig der Rheingau-Taunus-Kreis, der sie aber nicht lesbar zur Verfügung stellt. Auf meiner Roadmap steht ein Workaround über das Einlesen der PDF-Dateien. Der Informationsgehalt dieser Daten ist jedoch fraglich, da der Wohnort und nicht der potentielle Infektionsort registriert wird. Letzteres wäre gut geeignet, um Cluster aufzuzeigen.

Fazit: Die Dynamik ist zu unsicher, um jetzt "blind" Lockerungen einzuleiten. Diese werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Infektionsgeschehen anheizen. Vor dem Hintergrund einer Virusvariante, die sich schneller verbreitet, wäre das hochgefährlich.

Deswegen: Bitte weiter zu Hause bleiben, Maske tragen, nicht zu viele Menschen treffen und bei Erkältungssymptomen in Selbstquarantäne begeben.