Die Eltviller GRÜNEN erwartet mehr Ambitionen bei der Schuldigitalisierung von der zuständigen Kreisverwaltung. „Die Digitalisierung in den Schulen wird derzeit nicht durch fehlende Gelder ausgebremst, sondern durch mangelnden Pragmatismus und festgefahrene Strukturen“, erklärt der Eltviller Kreistagsabgeordnete Dominik Lawetzky. Das betreffe auch die Eltviller Grundschulen und das Schulzentrum am Wiesweg.

So sind offenbar ein Drittel der Tablets und Laptops, die der Kreis für die Lehrerinnen und Lehrer ausgegeben hat, nicht aktiviert worden. Dies ergibt sich aus dem Sachstandsbericht an die Mitglieder des Schulausschusses, dem auch Lawetzky angehört. „Diese Geräte liegen also ungenutzt bei den Schulen in den Schränken, dabei wären die Schülerinnen und Schüler froh um weitere Leihgeräte“, zeigt sich Lawetzky enttäuscht. Die GRÜNEN fordern weitere Informations- und Fortbildungsangebote und mehr Raum für eine offene Diskussion zur Digitalisierung zwischen Lehrpersonal, Schülerschaft und Eltern, damit das Potenzial der Technik auch wirklich genutzt wird. Ein eingescanntes Arbeitsblatt mache dabei noch keinen digitalen Unterricht, so Lawetzky.

Auch beim Breitbandausbau habe es Unklarheiten gegeben, so kehre die Verwaltung von der Anforderung symmetrischer Leitungen für Schulen ab. „In der Ausschusssitzung erklärte man uns, dass symmetrische Leitungen in den seltensten Fällen angeboten würden und sich die Kommunikation mit den Internetdienstanbietern als umständlich erweise.“ Symmetrische Leitungen erlauben im Gegensatz zu den für Privathaushalte üblichen asymmetrischen Leitungen die Übertragung mit hoher Datenrate – sowohl im Hochladen als auch im Herunterladen.

In Eltville verfüge das Gymnasium zwar über „flächendeckendes WLAN“; dieses stehe allerdings nur über die schuleigenen Geräte zur Verfügung, so Lawetzky. „Vor allem in der Oberstufe nutzen Schülerinnen und Schüler häufig ihre eigenen Geräte, mit denen sie flexibler sind. Dass sie damit nicht das Schul-WLAN nutzen können, ist absurd und zeigt, welches Misstrauen Schülerinnen und Schülern immer noch entgegengebracht wird.“