Dominik Lawetzky https://dominiklawetzky.de Politik, Wissenschaft und Sprache Tue, 26 May 2020 15:08:19 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.1 https://dominiklawetzky.de/wp-content/uploads/2020/04/cropped-Favicon-Noto@4x-32x32.png Dominik Lawetzky https://dominiklawetzky.de 32 32 174711960 Intern: Umstellung des Newsletters https://dominiklawetzky.de/2020/05/22/intern-umstellung-des-newsletters/ Fri, 22 May 2020 09:29:07 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=937 Seit Anfang April verschicke ich meinen Newslette auch als E-Mail. Nach vier Wochen und vier Newslettern wurde es Zeit, einiges Verbesserungen vorzunehmen.

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Seit Anfang April verschicke ich meinen Newsletter Die Politische Wochenschau auch als E‑Mail. Das hat nicht nur zu einigen neuen Leser:innen, sondern auch zu einem Umdenken bei mir geführt: Wie addressiere ich meine Leser:innen? Welche Beziehung habe ich als Autor zu ihnen? Wie gestalte ich den Newsletter am besten?

„Abschließend bleibt mir nur, zu sagen, dass der Newsletter erstmal im Beta-Betrieb läuft. Sollten Schwierigkeiten auftreten, freue ich mich über eine kurze E‑Mail oder eine Nachricht über Twitter. Für alle RSS-Liebhaber:innen bleibt alles beim Alten: Der Link zum Feed findet sich im Menü oder einfach bei /feed.“

Intern: RSS vs. E‑Mail-Newsletter

Nach vier Wochen und vier Newslettern wurde es Zeit, zwei Verbesserungen vorzunehmen, die ich an dieser Stelle kurz erläutern möchte.

Hallo, Revue!

Technisch realisiere ich den Newsletter mittels MailPoet. Externe Inhalte – wie der Header – sind auf dem gleichen Server wie diese Seite gehostet (mehr zum Hosting dieser Seite). Die Versand-Adresse blog@dominiklawetzky.de ist über einen Sender Policy Framework (SPF) gesichert, somit sollte der Newsletter auch nicht allzu oft im Spam-Ordner landen (zumindest ist der Spam-Score mit ‑0,2 gering). Und ganz wichtig: Eine Bounce-Adresse, an die alle Non-Delivery-Notifications gehen, damit das Postfach nicht zugemüllt wird.

Intern: RSS vs. E‑Mail-Newsletter

MailPoet funktionierte gut, aber bei weitem nicht perfekt. Die MailPoet-Oberfläche ist in WordPress als Plugin eingebunden und dementsprechend träge. Außerdem sind die Formatierungsoptionen eher mangelhaft – die Newsletter sehen nicht aus wie aus dem Jahr 2020.

Zuletzt war ich jedoch vor allem unzufrieden mit der Publikationsstrategie. Die Wochenschau erschien sowohl als regulärer Blogpost als auch als E‑Mail-Newsletter. In den Blogpost konnte ich Tweets, Videos und Audios einbetten – in den E‑Mail-Newsletter nicht. Das hatte zur Folge, dass entweder im E‑Mail-Newsletter Teile fehlten oder ich diese im Blogpost von vornherein wegließ.

Auf der Suche nach einer Lösung für diese Probleme stieß ich auf Revue. Dieser Dienst ermöglicht es, die E‑Mail-Newsletter auf einer eigens dafür vorgesehenen Seite zu sammeln, Medieninhalte und Tweets einzubetten, und ist zudem noch ausgesprochen hübsch!

Die Wochenschau wird also zukünftig über Revue versendet. Alte Ausgaben lassen sich unter newsletter.dominiklawetzky.de durchstöbern.

Das heißt auch, dass die Wochenschau nicht länger parallel als regulärer Blogpost im RSS-Feed erscheinen wird. (Es sei hier kurz auf das praktische Webtool kill-the-newsletter.com hingewiesen, welches eine spezifische E‑Mail-Adresse generiert, die wiederum einen Atom-Feed speist.)

Für die Abonnent:innen ändert sich nichts! Sie erhalten weiterhin wöchtentlich die Wochenschau - ab dieser Woche in schönem neuen Gewand. Neue Anmeldungen für den Newsletter erfolgen über die Revue-Seite, die unter anderem über die Menüleiste zu erreichen ist.

Ab jetzt: du!

Als Antwort auf die oben gestellte Frage, „Wie addressiere ich meine Leser:innen?“, habe ich mich zudem entschieden, ab sofort in der Wochenschau zu duzen.

In einem Newsletter ist die Distanz zwischen mir und Dir geringer als bei einem üblichen Blogposts. Ich lande schließlich direkt in Deinem Postfach.

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Politische Wochenschau: Der Rauswurf (KW 20) https://dominiklawetzky.de/2020/05/17/politische-wochenschau-der-rauswurf-kw-20/ Sun, 17 May 2020 04:00:00 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=879 Andreas Kalbitz fliegt aus der AfD, die sich selbst gerade in Schadensbegrenzung übt, und wir könnten alle durch "Q" gesteuert sein.

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Diese Woche geht es in der politischen Wochenschau um den – mehr oder weniger überraschenden – Parteiausschluss des brandenburgischen AfD-Politikers Andreas Kalbitz und die Verschwörungsdemonstrationen in Deutschland.

Andreas Kalbitz
Bild: Vincent Eisfeld / nordhausen-wiki.de / CC-BY-SA‑4.0

Rauswurf

Im Juli letzten Jahres bezeichnete Andreas Kalbitz, damals brandenburgischer Spitzenkandidat der AfD, das Ganze in einem Interview mit Jung & Naiv noch als „Besuch“. Er habe sich die neonazistische Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) „angeguckt“, um sich „selber ein Bild [zu] mache[n]“. Schlussendlich sagt er, sei es nicht seins gewesen, sonst „hätte ich ja da was gemacht“. Es scheint jedoch so, als hätte er ja da was gemacht, so taucht die „Familie Andreas Kalbitz“ auf einer Liste ehemaliger Mitglieder des mittlerweile verbotenen Vereins auf.

Diese Causa hatte der Parteivorstand der AfD gestern zu verhandeln, denn die HDJ steht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. Kalbitz selbst gab erst auf Nachfrage gegenüber dem Parteivorstand an, auf einer „Interessen- und Konaktliste“ der HDJ gestanden zu haben. Darüber hinaus informierte er über eine ehemalige Mitgliedschaft bei den Republikanern in den 90er-Jahren.

Mitte der Woche kam die Überraschung: Der Parteivorsitzende Jörg Meuthen beantragte, der Vorstand solle Kalbitz‘ Mitgliedschaft in der AfD für nichtig erklären. (Meuthen erwog bereits Anfang April eine Spaltung der AfD vom rechtsnationalen „Flügel“. Auf Druck des AfD-Vorstands entschuldigte er sich wenige Tage später für den offenkundig unabgesprochenen Vorstoß. Sein Vorgehen gegen Kalbitz sollte in diesem Kontext betrachtet werden.)

Mit knapper Mehrheit votierte der Parteivorstand der AfD am Freitag für Kalbitz‘ Parteiausschluss – wieder einmal Schadensbegrenzung.

„Doch auch der Rauswurf von Kalbitz ist noch kein Beleg dafür, dass sich in der AfD nun etwas grundlegend ändert. Nur eine hauchdünne Mehrheit der Vorstände sprach sich für die Trennung von Kalbitz aus. Fast die Hälfte war dagegen. Das ist bezeichnend.“

Markus Balser, Süddeutsche Zeitung

Unklar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, ob diese Form der Nichtigerklärung Kalbitz‘ AfD-Mitgliedschaft rechtens ist. Der Parteienrechtler Martin Morlok hält den Beschluss für unwirksam. Ein Parteiauschluss sei nicht durch den Vorstand, sondern ein Schiedsgericht zu entschieden. „Das ist auch ausdrücklich so gewollt, damit innerparteiische Machtkämpfe nicht auf diesem Weg ausgetragen werden können“, erklärt er gegenüber der FAZ.

Laute Mehrheit

Letzte Woche beschäftigte ich mich in der Wochenschau intensiv mit den Verschwörungsmythen rund um das Coronavirus und die Eindämmungsmaßnahmen dagegen. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen gab dem Deutschlandfunk ein erhellendes Interview, in dem er – fast schon appellativisch – darlegte:

„Ich denke schon, dass diese Koalitionen, die sich auf den Plätzen zeigen, besorgniserregend sind. […] Antisemitische verschwörungstheoretische Gedanken kehren nun zum Teil auf solchen Demonstrationen zurück. Und das heißt, man muss jetzt auseinandersetzungsfähig werden, eine Sprache der Mäßigung und der Abkühlung erwerben. Aus meiner Sicht schweigt die Mehrheit der Gemäßigten in dieser Gesellschaft nach wie vor viel zu laut.“

Bernhard Pörksen im Deutschlandfunk-Interview
Original-Ton des Interviews (Auszug)

Q von The Next Generation

Was sich bei den Verschwörungsdemonstrationen für Szenen abspielen, ist schlicht unbegreiflich. In einem Video, das auf Twitter kursiert, erklärt ein Demonstrationsteilnehmer, alles werde von „Q“ gesteuert. Der Polizist, mit dem der Demonstrant diskutiert, fragt verduzt: „Q aus Enterprise, das allmächtige Wesen? Q von The Next Generation?“ Der Demonstrant: „Ja, genau der.“ Anschließend die 180-Grad-Wende: „Fernsehen verbildet! Fernsehen verdummt uns! Fernsehen macht, das Sie hier stehen!“ Doch der Polizist bleibt stoisch: „Ich gucke ja gar kein Fernsehen.“ Dann kommt’s: „Wenn Sie kein Fernsehen gucken und wenn sie wirklich selber denken, dann ist es noch schlimmer, dass Sie hier stehen.“ Ah, ja …

Wie schade, dass das die Realität ist. Sonst würde ich es komisch finden.

Empfehlung: Die meisten von uns sind „Covidioten“, wenn es um Statistik geht. Regelmäßig überschätzen wir das Risiko einer Ansteckung an der einen Stelle, unterschätzen es jedoch an der anderen. Vor allem was die physischen Kontakte angeht, sollten wir weiterhin vorsichtig sein – das zeigt auch meine Simulation, die ich an dieser Stelle empfehlen möchte.

Haben Sie eine angenehme Woche und bleiben Sie vernünftig!

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Simulation: Nur vier Kontakte https://dominiklawetzky.de/2020/05/13/simulation-vier-kontakte/ Wed, 13 May 2020 21:52:10 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=858 Einige scheinen, den Zusammenhang von Infektionsübertragungen und der Anzahl der Kontakte zu unterschätzen. Die Simulation verdeutlicht die Folgen.

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Ein Großteil der Menschen in Deutschland (und fast allen anderen Staaten) hat in den letzten zwei Monaten, „wo immer es möglich ist, auf Sozialkontakte verzichtet“. Neben den rechtlichen Regelungen (max. X Personen aus X Haushalten), die nur eingeschränkt kontrolliert werden können, lohnt sich ein Blick auf die wenigen privaten Kontakte, die uns vielleicht unverzichtbar erscheinen.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nicht nur legitim, sondern auch dringend erforderlich ist, in dieser schwierigen Zeit auf soziale Kontake zurückzugreifen. Nicht jeder soziale Kontakt muss physisch stattfinden.​*​ (Darum sollten wir uns auch angewöhnen, von Physical Distancing zu sprechen statt fälschlicherweise von Social Distancing.) Physischer Kontakt wird niemals durch digitale Kontaktformen wie Videotelefonie zu ersetzen sein, da die Unmittelbarkeit des Kontakts und häufig auch die Berührung nicht digital simuliert werden können.

Auf der anderen Seite beobachte ich, dass einige den Zusammenhang von Infektionsrisiko bzw. ‑übertragungen und der Anzahl der engen physischen Kontakte unterschätzen. Man treffe sich doch nur mit vier Freund:innen, das sei ja noch in Ordnung.

Im Gegensatz zu den Gefahren​†​, die eine Pandemie mit sich bringt, lassen sich die Risiken​‡​ relativ gut bestimmen und (meistens) sinnvoll kommunizieren.

Wie hoch ist also das Risiko, andere zu infizieren, relativ zur Anzahl der engen physischen Kontakte?

Für die Simulation gehe ich davon aus, dass der Indexpatient („Patient 0“) vier Freund:innen regelmäßig trifft und mit zwei weiteren Personen in einem Haushalt lebt. Außerdem verwende ich als Basisreproduktionszahl den Wert 3. Das heißt, jede:r Infizierte:r steckt etwa drei weitere Personen an (natürlich nur, solange überhaupt so viele enge physische Kontakte bestehen).

Rot dargestellt sind alle von SARS-CoV‑2 Infizierten; weiß die nicht-infizierten engen physischen Kontakte (primär) und deren enge physischen Kontakte (sekundär):

Der Indexpatient steckt zwei von seinen vier Freund:innen und eine der zwei weiteren in seinem Haushalt lebenden Personen an (Summe: 3). Die beiden Freund:innen haben jedoch auch acht enge physische Kontakte und übertragen das Virus – nach entsprechender Inkubation – wiederum an fünf (Summe: 8). Die im Haushalt des Indexpatients infizierte Person infiziert das weitere Haushaltsmitglied und einen seiner zwei weiteren engen physischen Kontakte (Summe: 10). Die Infektion verbreitet sich weiter, wobei die Zahl der Träger:innen exponentiell steigt …

Primäre Übertragungen
Sekundäre Übertragungen

Aus nur vier Freund:innen können folglich problemslos doppelt so viele Übertragungen resultieren. Nur, wenn alle vier Freund:innen sich konsequent auf den gleichen Freundeskreis beschränken, steigen die Übertragungen nicht exponentiell, sondern bremsen aus.

Die Simulation ist stark vereinfacht und lässt etliche Faktoren unberücksichtigt (von außen in das Kontaktnetz eingetragene Infektion; rechtzeitige Isolation der engen physischen Kontakte nach Bekanntwerden der Infektion beim Indexpatient; dem gegenüber die hohe Anzahl an asymptomatischen Verläufen, bei denen die Infektion überhaupt nicht festgestellt werden kann etc.). Dennoch sensibilisiert sie darauf, wie wichtig das Minimieren enger physischer Kontakte ist.


  1. ​*​
    Soziale Kontakte sind mitunter einer der wichtigsten Coping-Mechanismen.
  2. ​†​
    Gefahren sind die allgemeinen negativen Auswirkungen, also Schäden, die ein Phänomen verursacht.
  3. ​‡​
    Risiken sind (anders als Gefahren) berechenbar. Ein Risiko ist also eine konkrete Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Schaden eintritt. Diese Wahrscheinlichkeit wird meist statistisch erfasst.

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Politische Wochenschau: Frontenverhärtung (KW 19) https://dominiklawetzky.de/2020/05/11/politische-wochenschau-frontenverhartung-kw-19/ Mon, 11 May 2020 21:32:25 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=846 In den letzten Tagen durften wir beobachten, wie aufgeklärt unsere Gesellschaft ist: teilweise gar nicht. Es formiert sich "Team Attila, Ken und Xavier".

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„Das ist die neue Realität in Deutschland, das Zeitalter der Unversöhnlichkeit“, heißt es im Spiegel. Ja, die Zeiten sind unversöhnlich – oder um einen Gemeinplatz zu bedienen: in Zeiten von Corona stehen sich „Team Risiko“ und „Team Disziplin“ unversöhnlich gegenüber. Zusätzlich formierte sich in den letzten Tagen ein drittes „Team“: „Team Attila, Ken und Xavier“. In Berlin, Stuttgart, Köln, München und anderen deutschen Städten versammelten sich hunderte, zum Teil tausende Gegner:innen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, die längst gelockert werden.

Ja, es gäbe einige berechtigte Ansatzpunkte für Kritik am bisherigen Krisenmanagement. Aber darum geht es den Demonstrierenden größtenteils nicht. Sie werden mobilisiert von in eine Alternativwelt abgedrifteten Verschwörungstheoretikern (ja, es sind meistens Männer!) – darunter der Fernsehkoch Attila Hildmann, der zurzeit eher verständige Gemüter aufkochen lässt als veganes Ratatouille.

Screenshot von Attila Hildmanns Telegram-Kanal
Hildmann betreibt einen Kanal beim Messenger-Dienst Telegram,
diese Nachrichten stammen vom 8. Mai

Bild: 4lert4

Weil mich das Ganze auch bis zum Geht-nicht-mehr aufregt, ich mir jedoch bewusst bin, dass ich den größtenteils antisemitischen Verschwörungstheorien nur Aufwind verschaffe, wenn ich mich einzig und allein destruktiv darüber erbose, habe ich eine kleine Übersicht zusammengestellt: quasi eine aufklärerische Lageübersicht in Zeiten von Corona.

„Meltdowns können im Prinzip allen Menschen passieren. ‚Jeden Tag dreht irgendein Promi durch‘, so schallt es auf Twitter, dem Stamm- und Leuchttisch für Sofortsoziologen. Die meisten Wortmeldungen machen sich darüber lustig, ein paar warnen vor den Folgen, aber die erste Quintessenz dieser Häufung ist: Wir unterschätzen die extreme Wirkung der Coronakrise samt Quarantäne- und Lockdown-Varianten auf die menschliche Psyche.“

Sascha Lobo: „Ein wenig Wahn schlummert in uns allen“ (Der Spiegel)

„Ich sehe jetzt schon Anzeichen, dass sich zu #Corona wieder eine revisionistische Erzählung etablieren könnte, wie 2015 (‚Medien und Politik haben alles nur beklatscht‘) und 2016 (’niemand hat Trump ernst genommen, ‚wir‘ sind schuld an Trump‘). […] Die ginge dann jetzt so: Hätte man früher auf die Kritiker_innen gehört, hätte sich Verschwörungsideologen nicht ausbreiten können. Es wäre das gleiche Muster: Radikalisierung als angebliche Folge davon, dass Anliegen nicht ernst genommen wurden.“

Jonas Schaible (Journalist, Der Spiegel) auf Twitter

„Wenn jemand die eigentlich ja am Ende doch immer gleiche Basis-Verschwörungserzählung von der globalen Elite, die uns alle heimlich kontrolliert, erst mal glaubt, lässt sich jedes beliebige Nachrichtenereignis in dieses erzählerische Gerüst einhängen. Auch, mit etwas Logik-Gymnastik, eine globale(!) Pandemie. Ist man dem Klub der Erleuchteten erst einmal beigetreten, findet man sich auf Demos dann plötzlich neben Nazis und Reichsbürgern wieder. Aber egal!“ 

Christian Stöcker: „Detlef, Ken und Attila wissen Genaueres“ (Der Spiegel)

„In Wahrheit ist das Gegenteil richtig: Die Meinungsfreiheit genießt in Deutschland einen derart hohen Stellenwert, dass sogar in einer Pandemie-Phase Demonstrationen wie die am Samstag in Stuttgart zugelassen werden, auch wenn von ihnen ein nicht unerhebliches Infektionsrisiko ausgeht. Es gibt nur wenige Länder auf der Welt, in denen das ähnlich liberal gehandhabt wird.“

Andreas Niesmann: „Krude Verschwörungstheorien: Widersprecht den Wirrköpfen!“ (Redaktionsnetzwerk Deutschland)

„Wir hätten nie von ‚Lockdown‘ sprechen dürfen. Genauso wie man jetzt nicht von ‚Anti-Corona-Demo‘ sprechen sollte. Ungenaues Sprechen über wichtige Dinge schafft falsche Assoziationen, die gefühlte Wahrheiten werden. Und dann haben wir den gleichen Salat wie bei ‚Grenzöffnungen‘.“

Simon Sahner (Literaturwissenschaftler) auf Twitter

„Es gibt keinen Lockdown in Deutschland und es gab auch nie einen vollständigen Lockdown in Deutschland. Inzwischen sind die meisten Beschränkungen eh aufgehoben. Es ist Firlefanz, jetzt zu texten, Demonstrant*innen würden ‚die Aufhebung des Lockdown‘ fordern.“

Ann-Kathrin Büüsker (Journalistin, Deutschlandfunk) auf Twitter

„Ich versuche die Bilder von #Covidioten [Hashtag auf Twitter assimiliert die Worte Corona und Idioten, Anm.], die ich heute von Demos und real privat gesehen habe, zu ersetzen durch [Bilder] im Kopf von PflegerInnen, ÄrztInnen, ForscherInnen und auch PolizistInnen, die ihr Äußerstes geben. Sonst [könnte] man glatt Glauben an Menschheit verlieren.“

Christian Schwägerl (Journalist, Riff-Reporter) auf Twitter
Vorschau des Artikels "Verschwörungstheorien in Zeiten von Corona" auf Belltower-News

Empfehlung: Tom Uhlig analysiert in einem ausführlichen Text auf Belltower-News die „Verschwörungstheorien in Zeiten von Corona“. Die Analyse wie auch viele andere Texte auf Belltower-News sind lesenswert. (Selbstveständlich lohnt sich auch ein Blick in die zahlreichen Twitter-Profile der oben erwähnten Personen.)

Ich gebe meines bestes, nächste Woche an dieser Stelle (dann auch pünktlich!) eine „Corona-Pause“ einzulegen – versprechen kann ich es allerdings nicht.

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Essay: “Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.” https://dominiklawetzky.de/2020/05/08/essay-die-meisten-menschen-haben-einen-schnupfen/ Fri, 08 May 2020 10:58:48 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=766 Die Corona-Romantik ist ein Symptom der Wahrnehmungsstörung, die unsere Realität verzerrt. Dem gilt es einen neuen Expressionismus entgegenzustellen.

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Die Corona-Romantik ist ein Symptom der Wahrnehmungsstörung, die unsere Realität verzerrt. In ihrem Essay fordern Emely Dilchert und Dominik Lawetzky, dem einen neuen Expressionismus entgegenzustellen.

„Ich werde das gemeinsame Drama vermissen. Ja, das haben wir durchlebt, ein gemeinsames Drama. […] Ich werde auch den Corona-Spaziergang vermissen. Was für ein Spaziergang! […] Wir haben das Universum mit einem anderen Blick betrachtet. Wie sehr haben wir die Natur geehrt! Welche Blumen haben wir studiert, in welchen Düften sind wir ertrunken.”

Rea Vitali, Protago

Manche Menschen leben in einer Welt, die nicht die hiesige zu sein scheint. Eine Welt so kunterbunt, so grünend und strahlend, so lebensfroh und bezwitschert, dass sie schon fast ins Unwirkliche abdriftet. In dieser Welt ist Zeit nicht Geld, sondern Antrieb; das tägliche Kochen nicht Stress, sondern Lifestyle; das digitale Home-Office nicht Belastung, sondern Freiheit. Die in ihr leben, sind die Flaneure der Moderne.

Aber wer kann sich das Flaneursein leisten? Ist nicht eigentlich Pandemie, Physical Distancing und Handhygiene? Erzeugen hier einige eine Romantik, wo es eigentlich eines neuen Expressionismus bedürfte?

Wie die Pädagogen zu sagen pflegen: Wagen wir einen Perspektivwechsel. Schauen wir auf die Intensivstationen Deutschlands – nein der Welt, es ist ja Pandemie. Da liegen sie, die es erwischt hat. Schauen wir, wer heute erstickt. Oder die Restaurantbetreiberin. Sie lebt ihren Traum eines eigenen kleinen italienischen Restaurants, das mit diesen süßen Tischdecken und der kitschigen Musik. Nur leider wurde er zum Albtraum. Sie daheim, alle daheim. Dann ist da noch die Mutter, die berühmt berüchtigte Alleinerziehende mit ihren zwei Kindern. Gestern war sie noch Mutter, heute ist sie Büromanagerin, Digitalexpertin, Haushälterin – und nicht zu vergessen: Grundschul- und Gymnasiallehrerin. Wo ist die Mutter?

Haben wir vor lauter Händedesinfektion auch unsere Empathie wegdesinfiziert oder war die nie da?

“Das Mitleid bleibt immer dasselbe Gefühl, ob man es für einen Menschen oder für eine Fliege empfindet. Der dem Mitleid zugängliche Mensch entzieht sich in beiden Fällen dem Egoismus und erweitert dadurch die moralische Befriedigung seines Lebens.”

Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi

Die Corona-Romantik ist der wenig rühmliche Höhepunkt einer Gesellschaft von Narzisten. Selbst die fünf Minuten, die wir abends applaudieren, sind für uns – unsere Katharsis. Die billigen wir uns zu, es erleichtert uns. Dankbar sind wir, ja klar. Wäre auch schlimm, wenn nicht. Schlimm sind wir dennoch.

Wir reden von Systemrelevanz, meinen aber Burn-out. Dann schwafeln wir von Solidarität. Aber bitte nur mit Fußballbundesliga, das soll man uns gönnen.

Wir? Das sind die, die quietschfidel Feuilleton lesen, statt Busse zu fahren oder Bettpfannen zu wechseln. Haben wir es schwer? Hatten wir es je schwer?

Wir leiden an einer Wahrnehmungsstörung, die unsere Realität verzerrt – so sehr, dass wir wirklich meinen, zu leiden. Ohnmächtig suhlen wir uns im Shutdown unseres kritischen Denkvermögens. Die Systemrelevanten schuften schließlich weiter. Läuft doch!

Derweil erinnern wir uns an den „Corona-Spaziergang“. Was ein Leben!

Die Gesellschaft ist wie ein Körper. Manche Organe sind auf den ersten Blick wichtiger, zum Beispiel Herz und Leber. Die sind wohl systemrelevant. Andere Organe sind redundant, so die Niere. Wieder andere dünken uns unwichtig. Machen wir uns nichts vor: Was ist ein Herz, ohne Blut, das es durchströmt. Was ist eine Leber, ohne Magen, dessen Inhalt sie entgiftet. Was sind Organe ohne Haut, die sie überzieht. Begreifen wir Gesellschaft endlich holistisch. Wir alle sind systemrelevant.

Nein, hören wir auf zu verklären! Trauen wir uns doch die Realität zu, und wenn wir an ihr verrecken, dann fühlen wir wenigstens endlich, was Leben heißt.

Der Expressionist Jakob van Hoddis schaffte eine beeindruckende Prolepsis, heißt es doch in seinem Gedicht Weltuntergang von vor 109 Jahren: “Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.”

Hintergrund zu Emely Dilchert und dem Essay

Emely Dilchert (20) studiert Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Durch ihr politisches Engagement bei Fridays for Future kreuzten sich ihr Weg und der von Dominik Lawetzky. Als ihr vor zwei Wochen eine Zeitungskarikatur unangenehm auffiel, regte sie eine gemeinsame Reflexion über den Gesellschaftszustand an. Der Essay ist das Produkt dieser gemeinsamen Reflexion.

Bild: Emely Dilchert

Videos von Free Creative Stuff

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Politische Wochenschau: „Faschist.“ (KW 18) https://dominiklawetzky.de/2020/05/03/politische-wochenschau-faschist-kw-18/ Sun, 03 May 2020 04:00:00 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=747 Die AfD-Fraktion stellte ihren Pressesprecher frei, der sich als "Faschist" bezeichnete, Donald Trump zelebriert eine Freakshow und BER kann eröffnen.

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Ehrlich gesagt habe ich diese Woche nicht die übliche Dosis Nachrichten konsumieren können. Das hing unter anderem damit zusammen, dass ich an dem Server für diesen Blog gewerkelt habe (wodurch die Seite auch einige Stunden nicht erreichbar war).

Dennoch sind mir diese Woche drei Meldungen untergekommen, die ich – buchstäblich – bemerkenswert finde:

  • Am Montagmorgen wurde der Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion freigestellt. Er soll sich als „Faschist“ ausgegeben haben.
  • Donald Trump veranstaltet aktuell eine spektakuläre Freakshow.
  • Der Berliner Pannen-Flughafen BER kann eröffnen. Wirklich. Ja, doch, wirklich.

Skandalprävention

„Faschist“, als solchen soll sich Christian Lüth, seines Zeichens Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion, in einer Textnachricht bezeichnet haben, die er einer jungen Frau per WhatsApp geschickt haben soll. Wer genau diese Frau ist, bleibt unklar. Mutmaßlich hat Sie die pikanten Chatverläufe mit dem AfD-Pressesprecher an die Fraktionsvorsitzenden weitergegeben. Diese haben am Montagmorgen entschieden, Lüth freizustellen. Die Details zur Freistellung wurden erst im Laufe der Woche bekannt:

„Am Abend des 6. Dezember 2019 fragt die Gesprächspartnerin den AfD-Fraktionssprecher in dem Chat, ob er reaktionär sei? Seine knappe Antwort: ‚Faschist.‘ Als die Frau erwidert ‚Du warst Ex-FDPler. Da wird man nicht zum Faschisten‘, bekräftigt er: ‚Oh doch‘. Als sie erneut fragt, ob Lüth dies ernst meine, bekräftigt er: ‚Natürlich.‘ Viele Medien spekulierten, dass Lüth Bekenntnis zum Faschismus ‚ironisch‘ gemeint sein könne. In den Original-Chats klingt es nicht danach.“

Christian Fuchs und Jan Aleksander Karon, ZEIT ONLINE

Lüth gab außerdem an, Wolfgang Lüth sei sein Großvater. Wolfgang Lüth war ein 1913 geborener deutscher Marineoffizier und als hochdekorierter Militär von Adolf Hitler höchstpersönlich mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

Wolfgang Lüths Tochter jedoch stellte gegenüber ZEIT ONLINE richtig, dass Wolfgang Lüth nicht Christian Lüths Großvater sei, sondern dessen Großonkel. Schwer vorstellbar, dass Lüth das unbeabsichtigt durcheinander gebracht hat. Eher scheint es so, als wolle er sich mit dem NS-Erbe seines Großonkel brüsten.

Dass die AfD ihn freigestellt hat, ohne über diese Vorwürfe zu informieren, ist aufschlussreich. Der Politikwissenschaftler Johannes Hillje erklärte auf Twitter: „Sie feuert ihn aus Angst vor dem nächsten Skandal. Denn eine Frau drohte Chats mit ihm zu veröffentlichen. Es ging der AfD um Deutungshoheit!“ Darüber hinaus könnte die Freistellung eine Reaktion auf die Arbeit des Verfassungsschutzes sein, um einer vollständigen Beobachtung „mit Skandalprävention und symbolischen Taten entgegenzuwirken“.

Ersatzwahlkampf

Für den 3. November 2020 sind gemäß Presidential Election Date Act die nächsten Präsidentschaftswahlen der Vereinigten Staaten vorgesehen. Doch der übliche Wahlkampf ist wegen des Coronavirus pausiert. Joe Biden, aussichtsreichster demokratischer Bewerber, sendet kurze Videobotschaften an seine Anhänger:innen und veranstaltet digitale Town hall meetings, wobei er äußerst präsidentiell auftritt.

Diese Attitüde lässt der derzeitige Amtsinhaber gänzlich vermissen. Donald Trump veranstaltet seit drei Wochen eine spektakuläre Freakshow aus Fake News – oder wie Kellyanne Conway sagen würde: alternativer Fakten – und intellektuellen Anmaßungen.

Mitte April erklärte er beispielsweise, dass das Virus ein derart brillanter Feind („brilliant enemy“), dass nicht einmal Antibiotika gegen ihn ankämen („antibiotic can’t keep up with it“). Als kleine Erinnerung: Antibiotika wirken gegen Bakterien, indem sie deren Stoffwechsel lahmlegen. Viren hingegen haben keinen Stoffwechsel, und so nützt kein Antibiotikum der Welt gegen irgendein Virus etwas.

Anfang dieser Woche verkündete Trump – eigenen Aussagen zufolge ein „very stable genius“, es werde getestet, ob die Injektion von Desinfektionsmittel gegen COVID-19 helfe. Was soll ich da noch sagen?

„No modern American politician can match Mr. Trump’s record of false or illogical statements, which has invited questions about his intelligence.“

Matt Flegenheimer, New York Times

Wirklich wahr

Zwölf Jahre hat es gedauert, viele Nerven hat es gekostet und vermutlich noch mehr Geld: Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) kann eröffnen. Ausgerechnet jetzt, da nahezu alle Flugzeuge gegroundet sind und die Fluggastzahlen einen Minusrekord verzeichnen. Zynischer geht kaum.

Meine Empfehlung diese Woche: Schicken Sie mir Ihre liebsten BER-Witze!

Haben Sie eine gute Zeit und bleiben Sie mir gewogen!

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Politische Wochenschau: Das zweite Virus (KW 17) https://dominiklawetzky.de/2020/04/26/politische-wochenschau-das-zweite-virus-kw-17/ Sun, 26 Apr 2020 04:00:00 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=721 Gibt man bei Google "Corona" und "Verschwörung" ein, erhält man 368.000 Suchergebnisse. Ein zweites Virus bahnt sich den Weg.

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Einige Verschwörungstheorien halten sich hartnäckig. Die Flat Earth Society zählt 3500 Mitglieder, und das dürfte nur ein Bruchteil derer sein, die meinen, sie befänden sich auf einer Scheibe. Wer die Suchbegriffe „Nasa“ und „Verschwörung“ bei Google eingibt, erhält über 90.000 Treffer. „Hillary“ und „Verschwörung“ ergibt 70.000, ähnlich wie „Chemtrails“ und „Verschwörung“.

Bei „Corona“ und „Verschwörung“ spuckt Google 368.000 Suchergebnisse aus.

Der neue Mobilfunkstandard 5G sorge dafür, dass die roten Blutkörperchen nicht ausreichend Sauerstoff binden könnten, wodurch die Sauerstoffsättigung bedenklich sinke, erklärt eine vorgebliche Krankenpflegerin in einem Video. Das Video wurde auf Facebook zehntausende Male geteilt.

Die Sängerin Keri Hilson twitterte Mitte März mit Verweis auf ein Video, in dem irgendwer sinniert, Radiowellen hätten die spanische Grippe ausgelöst: „5G launched in CHINA. Nov 1, 2019. People dropped dead. See attached & go to my IG stories for more.“ Hilson folgen 4,2 Millionen Menschen.

Besteht ein Zusammenhang zwischen 5G und COVID-19? Keine der „Erklärungen“ hält genauem Hinsehen stand. Mittlerweile finden sich zu diesem Thema zahlreiche Faktenchecks:

Erschreckend ist doch, in welcher Geschwindigkeit sich derartige Verschwörungstheorien im Internet verbreiten. Wie das Virus selbst wächst eine Verschwörungstheorie exponentiell. Teilen, Liken, Retweeten. Und wieder von vorne. Häufig unbedacht, vielleicht ernsthaft besorgt und verunsichert.

4,2 Millionen Menschen hätte Keri Hilson infizieren können. Ihr Tweet – ein Super Spreader-Ereignis.

Was bedeutet das für die Internetkultur? Ich glaube, wir müssen viel intensiver über die Verantwortung reden – nicht nur die der Plattformen, sondern auch die jedes einzelnen. Eine „Influencerin“, die unbedacht teilt, was sich später als „Fake News“ herausstellt, wird dieser Verantwortung nicht gerecht. Genauso wenig wie der Hanswurst, der es anschließend unhinterfragt per WhatsApp weiterleitet …

„Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.“

Immanuel Kant, „Was ist Aufklärung?“

Empfehlung: Ehrfürchtig Teilen

Ich habe diese Woche nochmal reflektiert, wie ich soziale Medien – insbesondere Twitter – nutze. Das Eingeständnis, dass auch man selbst nicht davon gefeit ist, auf „Fake News“ und Verschwörungen hereinzufallen – dieses Wissen um die eigene Fehlbarkeit, macht ehrfürchtig. Diese Ehrfurcht sollten wir an den Tag legen, wenn wir mit Hunderten, wenn nicht sogar mehreren Millionen teilen, was wir sehen und denken.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund!

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Politische Wochenschau: Hefe zum Selbstherstellen (KW 16) https://dominiklawetzky.de/2020/04/19/politische-wochenschau-hefe-zum-selbstherstellen-kw-16/ Sun, 19 Apr 2020 04:00:00 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=680 Einige scheinen langsam genug zu haben von den Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus. Andere kaufen Unmengen an Hefe.

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Letzte Woche begann ich an dieser Stelle mit dem Satz: „Die politische Wochenschau expandiert.“ Das hat sich eigentlich nur darauf bezogen, dass der E‑Mail-Versand hinzukam, hätte sich jedoch gleichermaßen auf die Länge der letzten Wochenschau beziehen können.

Coronavirus illustriert in einer Zeitschrift und ein Mund-Nasen-Schutz
Bild: Pixabay

Diese Woche werde ich es kürzer halten und mich auf zwei Themen (und ein paar Randnotizen) beschränken:

  • das COVID-19 Snapshot Monitoring und
  • die einzig sinnvolle Strategie gegen das Virus.

Ermüdungserscheinungen

Das COVID-19 Snapshot Monitoring (kurz: COSMO) ist ein wissenschaftliches Projekt der Universität Erfurt, bei dem mittels „wiederholte[m] querschnittlichen Monitoring“ die „psychologisch Lage“ der Bevölkerung erfasst werden soll. In mittlerweile sieben Datenerhebungen haben die Wissenschaftler:innen jeweils ca. 1000 Befragungen durchgeführt, bei denen die Ängste und Sorgen, das Wissen und Verhalten und vor allem das Vertrauen der Bevölkerung abgefragt werden. Anschließend leiten die Wissenschaftler:innen aus den Ergebnissen strategische Empfehlungen ab.

Bereits in der sechsten Datenerhebung von letzter Woche trat zutage, dass die Akzeptanz der Maßnahmen zu sinken beginnt. Dieser Befund bestätigt sich in der neusten Erhebung:

„Trotz der relativ hohen Risikowahrnehmung treten ‚Ermüdungserscheinungen‘ im Zusammenhang mit der Akzeptanz der Maßnahmen auf: Die Maßnahmen sind immer noch gut akzeptiert, die Zustimmung sinkt aber kontinuierlich. Beispielsweise ging die Akzeptanz zu Maßnahmen der Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen im Vergleich zur Vorwoche nochmal zurück.“

COSMO, 17.04.2020

Zur sinkenden Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung dürfte mit Sicherheit beitragen, dass sich bei der Frage nach dem „Exit“ ein Flickenteppich der Bundesländer auftut. Nordrhein-Westfalen möchte seine Schulen für die Abschlussklasse bereits am kommendem Donnerstag, den 23. April öffnen. Bayern hingegen möchte mit solchen Öffnungen mindestens eine Woche länger warten. Uneinigkeiten bestehen auch bei der Öffnung von Geschäften und Möbelhäusern

Eigene Grafik

Ja, dass regionale Gegegenheiten bei der schrittweise Lockerung des „Shutdowns“ berücksichtigt werden, ist nicht nur aus föderaler Sicht verständlich, sondern auch epidemiologisch sinnvoll. In der dritten Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina vom 13. April heißt es dazu:

In Regionen mit niedrigen Infektionsraten und geringem Verbreitungspotential könnten einschränkende Maßnahmen, ggf. auch spezifisch für einzelne Personengruppen, gelockert werden.

Bayern weist mehr als 30 Mal so viele bestätigte COVID-19-Fälle auf wie Mecklenburg-Vorpommern (bei nur etwa drei Mal so hoher Bevölkerungsdichte) – das schlägt sich bei der Risikobewertung nieder. Dennoch dürfte dieser Flicktenteppich (irrationalerweise) zu Unverständnis und Verärgerung führen. Die Maßnahmen könnten als willkürlich wahrgenommen werden, was wiederum die Akzeptanz reduzieren würde. Besonders bemittelte Mitmenschen könnten auf die Idee kommen, ihr Interior in einem anderen Bundesland einzukaufen …

Interessant ist auch, dass die Wahrnehmung der individuellen Bedrohung durch das Virus seit Anfang März zugenommen hat und aktuell stagniert (Abb. 1), wobei die Angst vor dem Virus seit Anfang April zurückgeht (Abb. 2). Es zeigt sich eine nicht untypische Ambivalenz zwischen Wissen und Gefühlen. Das könnte auf Ermüdungserscheinungen, eine sogenannte desaster fatigue (bzw. compassion fatigue), hindeuten.

Lehren aus der Evolution

Ich bin kein Freund engstirniger Analysen, die den Blick über den Horizont des eigenen Fachgebiets hinaus scheuen. Interdisziplinarität ist die Wissenschaftskompetenz des 21. Jahrhunderts. Diese Woche habe ich mich in einem Essay genau darin versucht – die Leitfrage: Was können wir aus der Evolution (des Menschen) lernen, das uns in dieser existenziellen Krise helfen kann?

Dem Homo sapiens ist in den vergangenen 300.000 Jahren Erstaunliches gelungen. Ihn unterscheidet von allen anderen Spezies, dass er sich weitestgehend von seiner Umwelt unabhängig gemacht hat. Diese Unabhängigkeit hat er durch seine nahezu unbegrenzte Fähigkeit zur Anpassung (Adaptation) an äußere Gegebenheiten, die sich auf sein (Über-)Leben auswirken, gewonnen. Heute besiedelt der Homo sapiens alle Winkel der Welt – von der sibirischen Kältewüste bis zu den äquatorialen Gegenden Südamerikas.

Der Schlüssel zum beispiellosen evolutionären Erfolg des Homo sapiens könnte simpler nicht sein: Kooperation.

Umso erschreckender ist mit anzusehen, dass einige gerade das krasse Gegenteil davon praktizieren. Einige Leute hamstern nach wie vor Mehl, Nudeln und neuerdings auch Hefe (als wären jetzt alle unter die Bäcker:innen gegangen). Mein Rewe-Markt um die Ecke rät nun, eigene Hefe anzusetzen – es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das dafür benötigte Weizenbier ausgeht.

Kühlregel ohne Hefe, dafür mit einem Rezept zum Selbtmachen
Keine Hefe im Kühlregel
Eigenes Bild

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nochmal explizit meinen interdisziplinären Essay mit dem Titel „Gemeinsam gegen das Virus“ empfehlen, in dem ich en détail darlege, warum Kooperation das A und O im Kampf gegen das Coronavirus ist.

Empfehlung: Immer sind die anderen schuld

US-Präsident Trump gab diese Woche bekannt, die World Health Organization (WHO) nicht länger mitfinanzieren zu wollen. Seine Begründung: „So much death has been caused by their mistakes“. Immer sind die anderen schuld. Das kommt einem bekannt vor – von Kleinkindern.

Die New York Times veröffentlichte drei Tage vor Trumps Ankündigung eine ausführliche Aufarbeitung der Reaktion der US-Regierung auf das Virus:

„Faced with the relentless march of a deadly pathogen, the disagreements and a lack of long-term planning had significant consequences. They slowed the president’s response and resulted in problems with execution and planning, including delays in seeking money from Capitol Hill and a failure to begin broad surveillance testing.“

An dem Text haben fünf Pulitzerpreis-Träger:innen mitgewirkt. Muss ich mehr sagen?

Haben Sie einen guten Start in die neue Woche und bleiben Sie gesund!

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Hinweis: Gemeinsam zu Hause https://dominiklawetzky.de/2020/04/18/hinweis-gemeinsam-zu-hause/ Sat, 18 Apr 2020 18:19:14 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=702 Heute Abend findet das wahrscheinlich größte Benefizkonzert der Internetgeschichte statt. Es ist denen gewidmet, die akuell vorderster Front gegen das Coronavirus kämpfen.

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Heute Abend findet das wahrscheinlich größte Benefizkonzert der Internetgeschichte statt: „One World: Together At Home Special to Celebrate COVID-19 Workers“. Es ist denen gewidmet, die in der aktuellen Coronakrise an vorderster Front kämpfen. Der Line-up ist ziemlich beeindruckend: Lady Gaga, Elton John, Taylor Swift, Billie Eilish, Lizzo, die Rolling Stones – um nur einige wenige aus der langen, langen Liste zu nennen.

Die Preshow beginnt um 20:00 Uhr (MEZ). Die Hauptshow findet ab 02:00 Uhr (MEZ) statt.

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Essay: Gemeinsam gegen das Virus https://dominiklawetzky.de/2020/04/16/essay-gemeinsam-gegen-das-virus/ Thu, 16 Apr 2020 12:01:40 +0000 https://dominiklawetzky.de/?p=661 Ein Virus, SARS-CoV-2, bedroht uns auf außergewöhnliche Weise. Wir sind nicht mehr gewohnt, eine konkrete Bedrohung aus unserer Umwelt zu erfahren. Dafür gibt es gute Gründe. Allerdings müssen wir uns im Angesicht dieser Bedrohung bewusst machen, welche das sind.

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Ein Virus, SARS-CoV‑2, bedroht uns auf außergewöhnliche Weise. Wir sind nicht mehr gewohnt, eine konkrete Bedrohung aus unserer Umwelt zu erfahren. Dafür gibt es gute Gründe. Allerdings müssen wir uns im Angesicht dieser Bedrohung bewusst machen, welche das sind.

Viren bedrohen einen Menschen, der sich vor diesen in Deckung bringt
Bild: Pixabay

Dem Homo sapiens ist in den vergangenen 300.000 Jahren Erstaunliches gelungen. Ihn unterscheidet von allen anderen Spezies, dass er sich weitestgehend von seiner Umwelt unabhängig gemacht hat. Diese Unabhängigkeit hat er durch seine nahezu unbegrenzte Fähigkeit zur Anpassung (Adaptation) an äußere Gegebenheiten, die sich auf sein (Über-)Leben auswirken, gewonnen. Heute besiedelt der Homo sapiens alle Winkel der Welt – von der sibirischen Kältewüste bis zu den äquatorialen Gegenden Südamerikas.

Wunder der Anpassung

Um zu verstehen, woher der Homo sapiens diese Gabe zur Anpassung hat, nützt es wenig, das Individuum isoliert zu betrachten: Eigentlich fehlen uns die Reißzähne, um Fleisch zu verzehren, dennoch haben wir Wege gefunden, uns diese effiziente Nahrstoffquelle nutzbar zu machen. Unsere Vorfahren entdeckten, dass Fleisch durch das Braten über dem Feuer oder das Kochen in erhitztem Wasser besser verzehrbar war und auch schmeckte – Grillpartys und Kochschinken waren erfunden. Andere schnitten das Fleisch mit selbstgebauten Werkzeugen in kleine Scheiben, die leichter zu kauen waren – der Vorgänger des Carpaccios. Eigentlich fehlt uns auch das dicke Fell, um in den ‑40 °C der sibirischen Kältewüste zu überleben. Doch auch dafür entwickelten wir einen Workaround: Wir eigneten uns die Felle der Tiere an, die wir verzehrten. Vermutlich vor etwa 30.000 Jahren nähten wir uns unsere ersten eigenen Kleider aus den Fasern von Wildpflanzen wie Leinen und Hanf ​(Kvavadze et al., 2009)​.

Der Schlüssel zum beispiellosen evolutionären Erfolg des Homo sapiens ist sein Kooperationsvermögen. Der Anthropologe Brian A. Stewart fasste die Ergebnisse einer Auswertung zur ökologischen Nische des frühen Homo sapiens, die er gemeinsam mit Patrick Roberts im 2018 in Nature Human Behaviour publizierte, folgendermaßen zusammen:

„Non-kin food sharing, long-distance exchange, and ritual relationshipswould have allowed populations to ‘reflexively’ adapt to local climatic and environmental fluctuations, and outcompete and replace other hominin species.“

Wir, die Unbesiegbaren

Der Homo sapiens war im Laufe der Evolution immer wieder existenziellen Bedrohungen ausgesetzt – Fressfeinden, Umweltkatastrophen und natürlichen Klimaveränderungen. Durch kooperatives Verhalten, das häufig über die soziale Eigengruppe hinausging, erwies er sich diesen Bedrohungen gegenüber widerstandsfähig. Mit der neolithischen und insbesondere der industriellen Revolution entkoppelte sich der Homo sapiens schlussendlich von den Determinanten seines Lebensraum (was weitere Probleme wie den anthropogenen Klimawandel mit sich bringt). Es stellte sich ein Gefühl von Unbesiegbarkeit ein: Der Mensch, der über alles erhaben ist. Die moderne Gentechnik steht in den Startlöchern, sogar die Endlichkeit des Menschen zu überwinden. Gläubige würden predigen, der Mensch erhebe sich zusehends zu seinem eigenen Gott, dem Homo deus (Yuval Noah Harari).

Diese Hybris stellt sich heute als verheerend heraus. Denn wir sind bedroht durch einen unserer größten gemeinsamen evolutionären Feinde. Ein Virus, das unsere Zellen befällt; sein virales Erbgut in diese injiziert, um unseren Zellapparat als Reproduktionmaschine zu nutzen, und uns dabei krankmacht und schlimmstenfalls tötet.

„Life against life—no different than humans battling megafaunal lions, tigers, and bears to dominate our planet. Invisible pathogens, in contrast, attack the respiratory, digestive, and reproductive systems of hosts not by chance, but tactically to maximize their spread and survival. Pathogens are as impressive at being pathogen selfish gene machines as we are at being human selfish gene machines.“

Mark Bertness, emiritierter Professor für Biologie an der Brown University

Selektiv angepasst hat SARS-CoV‑2 eine relativ hohe Übertragbarkeit (Infektiosität) bei einer Symptomatik, die teilweise unbemerkt bleibt und somit die Verbreitung des Virus begünstigt. Der Wirt bleibt trotz Infektion mobil und überträgt das Virus so an viele seiner Mitmenschen. Das Virus braucht uns, um sich zu reproduzieren. Der Reproduktionserfolg (Fitness) ist das allgemeine Erfolgsmaß der Evolution, SARS-CoV‑2 schneidet bis jetzt sehr gut darin ab.

Viren zielen nicht darauf ab, ihren Wirt zu töten. Eine höhere Letalität korreliert regelmäßig mit einer geringeren Infektiosität. Das muss uns klar sein, um strategisch sinnvoll gegen das Virus vorzugehen.

Wir, die Weltgemeinschaft

SARS-CoV‑2 ist ein hocheffektiver Einzelkämpfer. Doch wir sind hocheffektive Gemeinschaftskämpfer, das unterscheidet unsere Spezies von allen anderen. Wir müssen mit aller Macht gemeinschaftlich handeln, dürfen unter keinen Umständen Egoismen – wie massenhafte Hamsterkäufe – oder nationale Alleingänge – wie Ausfuhrverbote für medizinische Hilfsmittel – gutheißen. Wir müssen uns als Gemeinschaft organisieren. Egal, ob im engeren Sinne als Familie und Nachbarschaft oder weiter gedacht als globale Gemeinschaft. Teil dieser globalen Gemeinschaft ist das internationale Gesundheitsregime, an dessen vorderster Front die World Health Organization (WHO) steht. Ein US-Präsident, der dieser Organisation den Boden unter den Füßen wegzieht, indem er 15 Prozent ihrer Mittel für nichtig erklärt, fügt jedem einzelnen im Kampf gegen eine existenzielle Bedrohung Schaden zu.

Dieser Tage müssen wir zusammenhalten, dann werden wir das Virus als Weltgemeinschaft besiegen. Alles andere könnte unseren Niedergang bedeuten!

  1. Kvavadze, E., Bar-Yosef, O., Belfer-Cohen, A., Boaretto, E., Jakeli, N., Matskevich, Z., & Meshveliani, T. (2009). 30,000-Year-Old Wild Flax Fibers. Science, 1359–1359. https://doi.org/10.1126/science.1175404

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