Poli­ti­sche Wochen­schau: Die Son­der­rol­le der AfD (KW 15)

Die poli­ti­sche Wochen­schau expan­diert. Heu­te erscheint sie zum ers­ten Mal auch als E‑Mail-News­let­ter. Außer­dem hat sich die „Wochen­schau“ einen eige­nen Rei­ter in der Menü­leis­te mei­nes Blogs ver­dient.

Am Frei­tag habe ich bereits in einem Blog­post erklärt, dass auch das For­mat selbst mit­wächst:

  • Infor­ma­ti­on: Ich wäh­le für mei­ne poli­ti­sche Wochen­schau drei bis fünf The­men aus, die in der Woche in den gro­ßen, aber auch den klei­ne­ren Medi­en bespro­chen wur­den. Ziel soll sein, eine Kon­tro­ver­se dar­zu­stel­len. Das wird mir sicher­lich nicht immer gleich gut gelin­gen.
  • Ser­vice: Ich emp­feh­le jede Woche ein „Pro­dukt“, wobei ich die­sen Begriff weit fas­se. Buch, Pod­cast, App oder tat­säch­li­ches Pro­dukt – alles vor­stell­bar.
  • Inter­vall: Aktu­ell pei­le ich an, die poli­ti­sche Wochen­schau jedes Wochen­en­de (vor­aus­sicht­lich sonn­tags) zu ver­öf­fent­li­chen. Mit Blick auf den Traf­fic wer­de ich den Wochen­tag gege­be­nen­falls noch ändern.
SARS-CoV‑2
Bild: NIAID

Die­se Woche beschäf­tigt sich die poli­ti­sche Wochen­schau mit:

  • der Kri­tik an der Heins­berg-Stu­die,
  • einer sozi­al­kri­ti­scher Sicht auf unse­re Kri­sen­kul­tur,
  • dem Ver­hal­ten der AfD in Zei­ten von Coro­na,
  • dem Aus­schei­den von Ber­nie San­ders aus dem US-Vor­wahl­kampf und
  • der jun­gen Koali­ti­on aus Goog­le und Apple im Kampf gegen das Coro­na-Virus.
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Poli­ti­sche Wochen­schau: Leben in der Kri­se – Ver­nunft­pa­nik und Idio­tie (KW 14)

In die­ser – end­lich wie­der­be­leb­ten – Wochen­schau lis­te ich bemer­kens­wer­te Arti­kel, Tweets, Vide­os etc. auf und kom­men­tie­re die­se. Die­se Woche beschäf­ti­ge ich mich damit, wie mit­tels Apps die Infek­ti­ons­we­ge von SARS-CoV‑2 (vul­go Coro­na­vi­rus) nach­ver­folgt wer­den kön­nen und wie es um die Medi­en und die Men­schen in die­sen Zei­ten steht. Außer­dem wen­de ich mei­nen Blick in den Osten Euro­pas, wo zwei älte­re Her­ren – „Boo­mer“ könn­te man sagen – die Demo­kra­tie von der Klip­pe sto­ßen.

In den Händen gehaltenes Handy
Bild: Pixabay

Debat­te über Coro­na-Tracking-App

Zur­zeit wird rege dar­über dis­ku­tiert, wel­che Maß­nah­men gegen die SARS-CoV-2-Pan­de­mie sinn­voll und vor allem ver­hält­nis­mä­ßig sind. Mit Blick auf die erfolg­rei­che Miti­ga­ti­on des Virus in eini­gen asia­ti­schen Staa­ten steht die Fra­ge im Raum, wel­chen Effekt die Nut­zung von Stand­ort­da­ten zur Ver­fol­gung (tracking) der Virus­ver­brei­tung hat. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahns Novel­lie­rungs­ent­wurf des Infek­ti­ons­schutz­ge­setz sah ursprüng­lich genau das vor. Die­ser Vor­stoß führ­te zu har­scher Kri­ti­ker, wor­auf­hin der ent­spre­chen­de Pas­sus aus dem Ent­wurf gestri­chen wur­de.

Eine frisch publi­zier­te Stu­die von Wissenschaftler:innen der Uni­ver­si­ty of Oxford zeigt jedoch: Je nach Aus­ge­stal­tung wären cir­ca 70 Pro­zent in Deutsch­land dazu bereit, eine Coro­na-Tracking-App zu nut­zen. Ein genaue­rer Blick auf die The­ma­tik lohnt sich also.

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Poli­ti­sche Wochen­schau: Kein Ende in Sicht (KW 45)

In die­ser (unre­gel­mä­ßi­gen) Wochen­schau lis­te ich bemer­kens­wer­te Arti­kel, Tweets, Vide­os etc. auf und kom­men­tie­re die­se teil­wei­se.

Bild: Andrea Pia­c­qua­dio

Bre­x­it: Kein Ende in Sicht

Mit­te der Woche schien es so, als haben die Bri­ten und die Euro­päi­sche Uni­on end­lich einen gemein­sa­men Nen­ner gefun­den. Wei­ßer Rauch schien empor zu stei­gen. Der bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son schrieb auf Twit­ter: “Wir haben eine groß­ar­ti­ge neue Ver­ein­ba­rung, die uns die Kon­trol­le zurück­gibt – nun soll­te das Par­la­ment den Bre­x­it am Sams­tag abschlie­ßen.” Ein Ende war in Sicht.

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Im SPIEGEL heißt es pathe­tisch: “Wohl noch nie seit der poli­ti­schen Neu­ord­nung des Kon­ti­nents beim Wie­ner Kon­gress vor gut 200 Jah­ren muss­ten die Euro­pä­er ähn­lich kom­ple­xe Ver­hand­lun­gen mit so weit­rei­chen­den Fol­gen in so kur­zer Zeit abschlie­ßen.”

Doch täg­lich grüßt das Mur­mel­tier: Das bri­ti­sche Unter­haus hat die Ent­schei­dung über den Bre­x­it-Ver­trag nun ver­tagt und John­son auf­ge­for­dert, in Brüs­sel um wei­te­ren Auf­schub beim Bre­x­it zu bit­ten. John­son jedoch will sich nach eige­nen Aus­sa­gen wei­gern. Soll­te es kei­nen Auf­schub geben und bis zum 31. Okto­ber kein Bre­x­it-Vetrag vom bri­ti­schen Unter­haus sowie dem EU-Par­la­ment bestä­tigt sein, so käme es zu einem “hard bre­x­it”. Das Ver­ei­nig­te König­reich gäl­te fort­an an Dritt­staat, Zoll­kon­trol­len begän­nen und tau­sen­de EU-Bürger:innen fürch­te­ten um ihr Auf­ent­halts­recht im König­reich. Das Cha­os wäre per­fekt.

Das Bre­x­it-Desas­ter zeigt, wozu natio­na­le Hybris, Halb­wahr­hei­ten und ego­zen­tri­sche Poli­tik füh­ren. Die bri­ti­sche Regie­rung hat ihre Glaub­wür­dig­keit ver­spielt. Seit drei Jah­ren ver­weilt die EU in einem lethar­gi­schen Zustand, unent­schlos­sen ob der eige­nen Iden­ti­tät; dabei gäbe es weit­aus wich­ti­ge­re The­men.

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Poli­ti­sche Wochen­schau: 5. Akt – Trumps irra­tio­na­ler Allein­gang (KW 44)

In die­ser (unre­gel­mä­ßi­gen) Wochen­schau lis­te ich bemer­kens­wer­te Arti­kel, Tweets, Vide­os etc. auf und kom­men­tie­re die­se teil­wei­se.

Bild: The U.S. Army

Ein­zug tür­ki­scher Trup­pen nach Nord­sy­ri­en

Es ist kein Geheim­nis mehr, dass Donald Trump sei­ne Ent­schei­dun­gen nicht ratio­nal, son­dern emo­tio­nal trifft. Die damit ein­her­ge­hen­de Unbe­re­chen­bar­keit wird jedoch zuneh­mend zum Pro­blem. Anfang der Woche ver­kün­de­te der US-Prä­si­dent, einen Groß­teil der US-Trup­pen aus Nord­sy­ri­en zurück­ho­len zu wol­len. Damit stieß Trump auf Kri­tik von allen Sei­ten, denn die US-Trup­pen unter­stüt­zen im Wesent­li­chen die kur­di­schen “Syri­an Demo­cra­tic For­ces” (SDF), die wie­der­um etli­che IS-Hoch­bur­gen zer­schlu­gen. Das scheint Donald Trump gleich­gül­tig zu sein; er möch­te sein Wahl­kampf­ver­spre­chen wahr wer­den las­sen und Soldat:innen aus den Kriegs­ge­bie­ten zurück­ho­len.

Lei­der hat Trumps irra­tio­na­ler Allein­gang schlim­me Fol­gen: Von Anfang an wehr­te sich die Tür­kei gegen die US-Koope­ra­ti­on mit den SDF. Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan unter­stellt den kur­di­schen SDF eine gewis­se Nähe zur ver­bo­te­nen ter­ro­ris­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on PKK und sah sein Land dadurch bedroht. Nun, da sich die US-Trup­pen zurück­zie­hen, inter­ve­niert Erdoğan und rückt nach Nord­sy­ri­en ein, um gegen die kur­di­schen Trup­pen vor­zu­ge­hen. Nach dem tür­ki­schen Außen­mi­nis­ter Mev­lüt Çavuşoğlu soll ein hun­der­te Kilo­me­ter lan­ger Kor­ri­dor an der tür­kisch-syri­schen Gren­ze errich­tet wer­den. Die­ser Kor­ri­dor sol­le die tür­ki­sche Gren­ze sichern.

Es kommt noch ein zwei­tes gehö­ri­ges Lei­der: Durch die Schwä­chung der kur­di­schen SDF dürf­te der IS wie­der erstar­ken. So könn­te es sein, dass Trumps irr­sin­ni­ger Allein­gang in letz­ter Kon­se­quenz den Syri­en­krieg (wort­wört­lich) erneut befeu­ert. Da dürf­te es nicht hel­fen, wenn der US-Prä­si­dent Anka­ra jetzt mit Sank­tio­nen droht: “Ich habe der Tür­kei klar­ge­macht, dass wir sehr schnel­le, star­ke und har­te Wirt­schafts­sank­tio­nen ver­hän­gen, wenn sie ihre Ver­pflich­tun­gen nicht ein­hal­ten.”

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Poli­ti­sche Wochen­schau: “whe­re have i heard that befo­re” (KW 43)

In die­ser (unre­gel­mä­ßi­gen) Wochen­schau lis­te ich bemer­kens­wer­te Arti­kel, Tweets, Vide­os etc. auf und kom­men­tie­re die­se teil­wei­se.

Bild: Mar­tin Fal­bi­so­ner

Impeach­ment /​ Trumps Tweet-Diar­rhö

So nah kamen die Demo­kra­ten dem Impeach­ment Donald Trumps noch nie: Im „House of Repre­sen­ta­ti­ves“ wur­de in die­ser Woche ein Ver­fah­ren gegen den US-Prä­si­den­ten ein­ge­lei­tet. Bei einem Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren (nament­lich: Impeach­ment) nimmt das „House of Repre­sen­ta­ti­ves“ die Rol­le der Ankla­ge ein. Es ist zu erwar­ten, dass es zu einer sol­chen Ankla­ge kom­men wird, da die Demo­kra­ten die Mehr­heit im „House of Repre­sen­ta­ti­ves“ inne­ha­ben. Ver­mut­lich wird ein Impeach­ment im von Repu­bli­ka­nern domi­nier­ten Senat schei­tern, wel­chem im Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren die Rol­le der Judi­ka­ti­ve zufällt.

Die New York Times hat eine Lis­te erstellt, die auf­zeigt, wel­che Abge­ord­ne­ten des „House of Repre­sen­ta­ti­ves“ ein Impeach­ment gegen Trump unter­stüt­zen.

Donald Trump geht in die Defen­si­ve. So kön­nen wir ein Diar­rhö an Tweets bezeu­gen, die auf viel Häme sto­ßen:

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Dass Trumps Ton immer aggres­si­ver wird, je wei­ter er in die Enge getrie­ben wird, dürf­te dar­an lie­gen, dass er bis heu­te nicht für sei­ne Feh­lun­gen haft­bar gemacht wur­de. Die NYT-Repor­te­rin Mag­gie Haber­man berich­tet:

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Wer sich für die genau­en Hin­ter­grün­de zum Impeach­ment-Ver­fah­ren inter­es­siert, dem lege ich einen Zeit­strahl („Time­li­ne“) der New York Times nahe. Dort sind alle essen­zi­el­len Hand­lun­gen Donald Trumps, sei­nes Anwalts Rudolph W. Giu­lia­ni und sei­ner Mit­ar­bei­ter auf­ge­führt. Auch mir wur­de erst so das Aus­maß der Ver­wick­lun­gen klar …

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