Kom­men­tar: Der Makel des Völ­ker­rechts

Nach dem Bür­ger­krieg in Syri­en ist das Völ­ker­recht einer wei­te­ren Zer­reiß­pro­be aus­ge­setzt. Rote Lini­en wur­den geris­sen. Macht miss­braucht. Das Völ­ker­recht kränkt an einem Makel: feh­len­dem mora­li­schen „com­mon ground“.

Bild: Akson­sat Uan­thoe­ng

Barack Oba­ma skiz­zier­te im Som­mer 2012 sei­ne rote Linie im syri­schen Bür­ger­krieg: “We have been very clear to the Assad regime that a red line for us is we start see­ing a who­le bunch of che­mi­cal wea­pons moving around or being uti­li­zed. That would chan­ge my cal­cu­lus.” Acht Mona­te spä­ter war klar, dass Oba­ma geblufft hat­te. Assad ging mit aller Bru­ta­li­tät – und mit che­mi­schen Waf­fen – gegen die syri­sche Zivil­be­völ­ke­rung vor. Den­noch gelang es Assad, sich an der Spit­ze Syri­ens als Dik­ta­tor unter Putins Gna­den zu behaup­ten. Und das Völ­ker­recht erwies sich ein wei­te­res Mal als Maku­la­tur.

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