Besser spät als nie: Ich deinstalliere WhatsApp. Okay, das ist zugespitzt (dazu gleich mehr). Doch wieso ausgerechnet jetzt?

Meine Entscheidung hat nur bedingt mit Facebooks neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu tun, die am 8. Februar für alle Nutzer*innen in Kraft treten. Kurz gesagt erweitern diese Vorschriften (erneut) den Austausch von Daten zwischen Facebook und WhatsApp.

Niamh Sweeney, Policy-Leiterin bei WhatsApp, erklärte auf Twitter, dass die Regeln zwar ausschließlich für Geschäftskunden außerhalb der Europäischen Union gelten, jedoch deuten alle Entwicklungen darauf hin, dass Facebook den Messenger-Dienst immer weiter in sein Werbenetzwerk integrieren möchte:

(Facebook übernahm WhatsApp Inc. im Jahr 2014 für 19 Milliarden US-Dollar. Heute wissen wir aus internen E-Mails, dass Facebook damit einen bedrohlichen Konkurrenten „ausschalten“ wollte.)

Genau diese Entwicklung macht mir Sorgen, und so habe ich all meinen Kontakten eine lange Nachricht geschickt:

Wir haben heute Nacht gesehen, zu welchem politischen Klima Zuckerberg, Dorsey und Co. mit ihrer jahrelangen Ohnmacht beigetragen haben. Democracy dies in darkness.
Es ist die eine Sache, was mit den Dingen passiert, die ich in Social Media an die Öffentlichkeit richte. Meine privaten Nachrichten lasse ich mir jedoch nicht monetisieren, vor allem zugunsten Facebooks. Ich ziehe nun Konsequenzen.
Ab Februar werde ich auf Nachrichten über WhatsApp nicht mehr antworten (außer hiermit). Zwei Monate später werde ich die App deinstallieren und Facebook auffordern, die mit dem Konto assoziierten Daten zu löschen.

Abschließend habe ich sie darum gebeten, mich zukünftig über iMessage oder Signal zu kontaktieren. Signal ist eine von Sicherheitsexpert*innen empfohlener Messenger-Dienst, den unter anderem Edward Snowden „täglich“ nutzt.

Ich scheine damit heute nicht der einzige gewesen zu sein. Signal berichtete heute von einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Rufnummer-Verifikationen, wodurch es zu Verzögerungen gekommen sein soll:

Daran dürfte Elon Musk nicht ganz unschuldig sein: