Wel­co­me to Trump World

  • Beitrags-Kategorie:Politik
  • Lesedauer:5 Minuten zum Lesen

Der Abend des 8. Novem­bers 2016 war für Mary L. Trump uner­träg­lich. An besag­ten Abend begann – so wis­sen wir heu­te – die Ero­si­on des poli­ti­schen Sys­tems der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Sie wuss­te es sofort.

Für Mary L. Trump hat­te der 8. Novem­ber auch eine pri­va­te Dimen­si­on; fort­an wür­de sie täg­lich zusam­men­zu­cken, wenn sie ihren Namen im Fern­se­hen hört oder auf einer der gro­ßen Titel­sei­ten liest. Sie wür­de ihn auch immer wie­der sehen, und das obwohl sie ihre Fami­li­en­ge­schich­te längst hin­ter sich las­sen woll­te.

Mary L. Trump ist die Toch­ter von Fred­dy Trump. Die­ser war das ältes­te von Fred Trumps Kin­dern – von denen eines Donald heißt. Donald – ja, Mary L. Trump ist sei­ne Nich­te und Donald ihr Onkel.

Portrait von Mary L. Trump und dem Cover ihres Buches
Bild: MaryLTrump/​Twitter (links), Simon & Schus­ter (rechts)

Weder Täter noch Tyrann

Vor zwei Wochen erschien Mary L. Trumps Ent­hül­lungs­buch, des­sen Titel bereits Agen­da ist: “Too Much and Never Enough”. Die­ses Oxy­mo­ron beschreibt nicht nur die deso­la­ten Fami­li­en­ver­hält­nis­se der Trumps.

Nein, der Titel macht auch klar, wohin die Rei­se der Leser*innen geht. Denn schnell offen­bart sich, Donald Trump ist weder Täter noch Tyrann.

Um ein Täter zu sein, war er zu oft ein Opfer. Und ein Tyrann herrscht zwar will­kür­lich, doch weiß er auch um die­se Will­kür­lich­keit. Donald Trump ist dazu nicht imstan­de. Er ist meta-will­kür­lich. Ohne es zu wis­sen. Wie will man ihm dar­aus einen Strick dre­hen?

Wie­der nein, denn den Strick hat er sich selbst gedreht. Er woll­te das. Er woll­te Prä­si­dent. Viel­leicht konn­te er auch nicht anders. Er braucht das. Das ist sei­ne Medi­zin, sein Lora­ze­pam.

Die­se Woche habe ich einen Blick in “Too Much and Never Enough” gewor­fen. Die­ses Buch wird Geschich­te schrei­ben. Mary L. Trump ist näm­lich gelun­gen, was bis­her kei­nes der zahl­rei­chen Ent­hül­lungs­bü­cher über “Trump World” ver­moch­te – ein Psy­cho­gramm höchs­ter Glaub­wür­dig­keit. Denn es ent­springt nicht nur der Feder Donald Trumps Nich­te, son­dern auch – in Per­so­nal­uni­on – der einer kli­ni­schen Psy­cho­lo­gin.

Gewin­nen ohne Kampf

Mary L. Trump schil­dert die Umstän­de der Kind­heit ihres Onkels au détail. Donald war auf­müp­fig und kann­te kei­ne Gren­zen. Woher auch? Sein Vater Fred war die meis­te Zeit des Tages damit beschäf­tigt, Donald tun zu las­sen, wofür er sei­nen ältes­ten Sohn Fred­dy abstraf­te. Fred­dy näm­lich woll­te nicht in die Fuß­stap­fen sei­nes Vaters tre­ten. Er war der Boden­stän­di­ge, woll­te eigent­lich Pilot wer­den. Dafür wur­de er mar­gi­na­li­siert. Fred­dy, Mary L. Trumps Vater, starb früh.

Donald war immer der Gewin­ner. Dafür muss­te er nicht ein­mal kämp­fen.

“Donald has, in some sen­se, always been insti­tu­tio­na­li­zed, shiel­ded from his limi­ta­ti­ons or his need to suc­ceed on his own in the world. Honest work was never deman­ded of him, and no mat­ter how bad­ly he fai­led, he was rewar­ded in ways that are almost unf­a­thom­able.”

Für jeman­den wie ihn muss es uner­träg­lich sein, nicht zu bekom­men, was er will. Damit ist Donald nie ganz in der Rea­li­tät ange­kom­men.

Bis heu­te nicht …

Die Umfra­gen sehen ihn gegen­über Joe Biden unter­le­genFake news.

Die Coro­na­kri­se bringt das US-ame­ri­ka­ni­sche Gesund­heits­sys­tem zu Fall. Die Fall­zah­len sind nur so hoch, weil so viel getes­tet wird. (Logisch ist das übri­gens genau­so plau­si­bel wie die Aus­sa­ge, es wür­den nur so vie­le Kin­der gebo­ren wegen der gan­zen Schwan­ger­schafts­tests.)

Er hat einen Demenz­früh­erken­nungs­test gemeis­tertDie ers­ten Fra­gen waren ein­fach, dann wur­de es so rich­tig schwer. Ich bin ein gefes­tig­tes Genie. Übri­gens soll­te Joe Biden mal die­sen Test machen. Per­son. Woman. Man. Came­ra. TV.

Trump World

Wir machen uns seit eini­ger Zeit über Fil­ter­bla­sen in Social Media Gedan­ken. Umge­ben wir uns da nur mit dem, was unser Wer­te­ge­rüst fes­tigt? Die­se The­se ist – Stand heu­te – wei­test­ge­hend wider­legt.

Donald Trump aller­dings hat sich eine hoch­ef­fek­ti­ve Fil­ter­bla­se geschaf­fen. Er lebt in einer Par­al­lel­rea­li­tät – “Trump World”, in der er alle Haupt­rol­len besetzt.

Für ihn ist nur er wich­tig. Sei­ne Gedan­ken wabern – in noch nicht demen­ten Tem­po – ste­tig um sei­ne eige­ne “Great­ness”.

Wie auch Mary L. Trump dar­legt, tref­fen auf Donald alle neun Dia­gno­se-Merk­ma­le nach DSM‑5 einer nar­ziss­ti­schen Per­sön­lich­keits­stö­rung zu:

  • voll­mun­di­ge Logik der Selbst­ge­fäl­lig­keit – check,
  • fixier­te Fan­ta­sien von unend­li­chem Erfolg, Kon­trol­le, Genia­li­tät und Schön­heit – check,
  • der Glau­be, man sei in jeder Hin­sicht ein­zig­ar­tig und her­aus­ra­gend und soll­te vor­ran­gig mit ande­ren ein­zig­ar­ti­gen und her­aus­ra­gen­den Men­schen oder Insti­tu­tio­nen zutun haben – check,
  • der Wunsch nach unge­recht­fer­tig­ter Bewun­de­rung durch ande­re – check,
  • das Gefühl, aus­er­wählt zu sein – check,
  • opp­res­si­ves zwi­schen­mensch­li­ches Ver­hal­ten – check,
  • völ­li­ges Feh­len von Empa­thie – check,
  • den Ver­dacht, ande­re wür­den sich gegen einen ver­bün­den – check,
  • ego­is­ti­sches und arro­gan­tes Ver­hal­ten – check.

Für eine posi­ti­ve Dia­gno­se reich­ten fünf der neun Merk­ma­le.

“In order to get a com­ple­te pic­tu­re of Donald, his psy­cho­pa­tho­lo­gies, and the mea­ning of his dys­func­tio­n­al beha­vi­or, we need a tho­rough fami­ly histo­ry.”

Den­noch wür­de eine sol­che Dia­gno­se zu kurz grei­fen. Viel­mehr bedarf es eines ganz­heit­li­chen Ver­ständ­nis­ses sei­ner “abnor­mal beha­vi­ors”, und um ein sol­ches bemüht sich auch Mary L. Trump.

Hand am Kill-Switch

Nach der Lek­tü­re von “Too Much and Never Enough” wur­de mir klar, wie­so Mary L. Trump ihr Schwei­gen bricht und aus­packt.

6185. Das ist die Men­ge der nuklea­ren Spreng­köp­fe, über die das US-Mili­tär ver­fügt.

Der Mann, der unse­re Welt in Flam­men legen könn­te, – Donald Trump – hat nichts zu ver­lie­ren. Er könn­te jeden Moment den Kill-Switch umle­gen. In “Trump World” gibt es nur einen End­sie­ger.

Nichts ist gefähr­li­cher als jemand, der nichts (mehr) zu ver­lie­ren hat.

Genau­so resi­gniert – wenn­gleich US-zen­tri­si­ti­scher gedacht – fällt Mary L. Trumps Appell aus:

“If he is affor­ded a second term, it would be the end of Ame­ri­can demo­cra­cy.”

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Poli­ti­sche Wochen­schau: Wel­co­me to Trump World

  • Beitrags-Kategorie:Politische Wochenschau
  • Lesedauer:5 Minuten zum Lesen

Guten Tag,

der Abend des 8. Novem­bers 2016 war für Mary L. Trump uner­träg­lich. An besag­ten Abend begann – so wis­sen wir heu­te – die Ero­si­on des poli­ti­schen Sys­tems der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Sie wuss­te es sofort.

Für Mary L. Trump hat­te der 8. Novem­ber auch eine pri­va­te Dimen­si­on; fort­an wür­de sie täg­lich zusam­men­zu­cken, wenn sie ihren Namen im Fern­se­hen hört oder auf einer der gro­ßen Titel­sei­ten liest. Sie wür­de ihn auch immer wie­der sehen, und das obwohl sie ihre Fami­li­en­ge­schich­te längst hin­ter sich las­sen woll­te.

Mary L. Trump ist die Toch­ter von Fred­dy Trump. Die­ser war das ältes­te von Fred Trumps Kin­dern – von denen eines Donald heißt. Donald – ja, Mary L. Trump ist sei­ne Nich­te und Donald ihr Onkel.

Weder Täter noch Tyrann

Bild: MaryLTrump/​Twitter (links), Simon & Schus­ter (rechts)

Vor zwei Wochen erschien Mary L. Trumps Ent­hül­lungs­buch, des­sen Titel bereits Agen­da ist: “Too Much and Never Enough”. Die­ses Oxy­mo­ron beschreibt nicht nur die deso­la­ten Fami­li­en­ver­hält­nis­se der Trumps.

Nein, der Titel macht auch klar, wohin die Rei­se der Leser*innen geht. Denn schnell offen­bart sich, Donald Trump ist weder Täter noch Tyrann.

Um ein Täter zu sein, war er zu oft ein Opfer. Und ein Tyrann herrscht zwar will­kür­lich, doch weiß er auch um die­se Will­kür­lich­keit. Donald Trump ist dazu nicht imstan­de. Er ist meta-will­kür­lich. Ohne es zu wis­sen. Wie will man ihm dar­aus einen Strick dre­hen?

Wie­der nein, denn den Strick hat er sich selbst gedreht. Er woll­te das. Er woll­te Prä­si­dent. Viel­leicht konn­te er auch nicht anders. Er braucht das. Das ist sei­ne Medi­zin, sein Lora­ze­pam.

Die­se Woche habe ich einen Blick in “Too Much and Never Enough” gewor­fen. Lass Dir gesagt sein: Die­ses Buch wird Geschich­te schrei­ben. Mary L. Trump ist näm­lich gelun­gen, was bis­her kei­nes der zahl­rei­chen Ent­hül­lungs­bü­cher über “Trump World” ver­moch­te – ein Psy­cho­gramm höchs­ter Glaub­wür­dig­keit. Denn es ent­springt nicht nur der Feder Donald Trumps Nich­te, son­dern auch – in Per­so­nal­uni­on – der einer kli­ni­schen Psy­cho­lo­gin.

Gewin­nen ohne Kampf

Mary L. Trump schil­dert die Umstän­de der Kind­heit ihres Onkels au détail. Donald war auf­müp­fig und kann­te kei­ne Gren­zen. Woher auch? Sein Vater Fred war die meis­te Zeit des Tages damit beschäf­tigt, Donald tun zu las­sen, wofür er sei­nen ältes­ten Sohn Fred­dy abstraf­te. Fred­dy näm­lich woll­te nicht in die Fuß­stap­fen sei­nes Vaters tre­ten. Er war der Boden­stän­di­ge, woll­te eigent­lich Pilot wer­den. Dafür wur­de er mar­gi­na­li­siert. Fred­dy, Mary L. Trumps Vater, starb früh.

Donald war immer der Gewin­ner. Dafür muss­te er nicht ein­mal kämp­fen.

“Donald has, in some sen­se, always been insti­tu­tio­na­li­zed, shiel­ded from his limi­ta­ti­ons or his need to suc­ceed on his own in the world. Honest work was never deman­ded of him, and no mat­ter how bad­ly he fai­led, he was rewar­ded in ways that are almost unf­a­thom­able.”

Für jeman­den wie ihn muss es uner­träg­lich sein, nicht zu bekom­men, was er will. Damit ist Donald nie ganz in der Rea­li­tät ange­kom­men.

Bis heu­te nicht …

Die Umfra­gen sehen ihn gegen­über Joe Biden unter­le­genFake news.

Die Coro­na­kri­se bringt das US-ame­ri­ka­ni­sche Gesund­heits­sys­tem zu Fall. Die Fall­zah­len sind nur so hoch, weil so viel getes­tet wird.(Logisch ist das übri­gens genau­so plau­si­bel wie die Aus­sa­ge, es wür­den nur so vie­le Kin­der gebo­ren wegen der gan­zen Schwan­ger­schafts­tests.)

Er hat einen Demenz­früh­erken­nungs­test gemeis­tertDie ers­ten Fra­gen waren ein­fach, dann wur­de es so rich­tig schwer. Ich bin ein gefes­tig­tes Genie. Übri­gens soll­te Joe Biden mal die­sen Test machen. Per­son. Woman. Man. Came­ra. TV.

„Trump World“

Wir machen uns seit eini­ger Zeit über Fil­ter­bla­sen in Social Media Gedan­ken. Umge­ben wir uns da nur mit dem, was unser Wer­te­ge­rüst fes­tigt? Die­se The­se ist – Stand heu­te – wei­test­ge­hend wider­legt.

Donald Trump aller­dings hat sich eine hoch­ef­fek­ti­ve Fil­ter­bla­se geschaf­fen. Er lebt in einer Par­al­lel­rea­li­tät – “Trump World”, in der er alle Haupt­rol­len besetzt.

Für ihn ist nur er wich­tig. Sei­ne Gedan­ken wabern – in noch nicht demen­ten Tem­po – ste­tig um sei­ne eige­ne “Great­ness”.

Wie auch Mary L. Trump dar­legt, tref­fen auf Donald alle neun Dia­gno­se-Merk­ma­le nach DSM‑5 einer nar­ziss­ti­schen Per­sön­lich­keits­stö­rung zu:

  • voll­mun­di­ge Logik der Selbst­ge­fäl­lig­keit – check,
  • fixier­te Fan­ta­sien von unend­li­chem Erfolg, Kon­trol­le, Genia­li­tät und Schön­heit – check,
  • der Glau­be, man sei in jeder Hin­sicht ein­zig­ar­tig und her­aus­ra­gend und soll­te vor­ran­gig mit ande­ren ein­zig­ar­ti­gen und her­aus­ra­gen­den Men­schen oder Insti­tu­tio­nen zutun haben – check,
  • der Wunsch nach unge­recht­fer­tig­ter Bewun­de­rung durch ande­re – check,
  • das Gefühl, aus­er­wählt zu sein – check,
  • opp­res­si­ves zwi­schen­mensch­li­ches Ver­hal­ten – check,
  • völ­li­ges Feh­len von Empa­thie – check,
  • den Ver­dacht, ande­re wür­den sich gegen einen ver­bün­den – check,
  • ego­is­ti­sches und arro­gan­tes Ver­hal­ten – check.

Für eine posi­ti­ve Dia­gno­se reich­ten fünf der neun Merk­ma­le.

“In order to get a com­ple­te pic­tu­re of Donald, his psy­cho­pa­tho­lo­gies, and the mea­ning of his dys­func­tio­n­al beha­vi­or, we need a tho­rough fami­ly histo­ry.”

Den­noch wür­de eine sol­che Dia­gno­se zu kurz grei­fen. Viel­mehr bedarf es eines ganz­heit­li­chen Ver­ständ­nis­ses sei­ner “abnor­mal beha­vi­ors”, und um ein sol­ches bemüht sich auch Mary L. Trump.

Hand am Kill-Switch

Nach der Lek­tü­re von “Too Much and Never Enough” wur­de mir klar, wie­so Mary L. Trump ihr Schwei­gen bricht und aus­packt.

6185. Das ist die Men­ge der nuklea­ren Spreng­köp­fe, über die das US-Mili­tär ver­fügt.

Der Mann, der unse­re Welt in Flam­men legen könn­te, – Donald Trump – hat nichts zu ver­lie­ren. Er könn­te jeden Moment den Kill-Switch umle­gen. In “Trump World” gibt es nur einen End­sie­ger.

Nichts ist gefähr­li­cher als jemand, der nichts (mehr) zu ver­lie­ren hat.

Genau­so resi­gniert – wenn­gleich US-zen­tri­si­ti­scher gedacht – fällt Mary L. Trumps Appell aus:

“If he is affor­ded a second term, it would be the end of Ame­ri­can demo­cra­cy.”

Ich wün­sche Dir noch ein schö­nes Wochen­en­de,

bis nächs­te Woche

Domi­nik Lawetz­ky

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Poli­ti­sche Wochen­schau: Som­mer-Edi­ti­on

  • Beitrags-Kategorie:Politische Wochenschau
  • Lesedauer:2 Minuten zum Lesen

Guten Tag,

es war nicht die fei­ne eng­li­sche Art, ein­fach in den “digi­ta­len” Som­mer­ur­laub zu ver­schwin­den. Den­noch dürf­te es den wenigs­ten auf­ge­fal­len sein.

Person mit geöffnetem Buch in den Händen

Viel­leicht warst du sogar froh, ein Stück weni­ger auf der Lese­lis­te zu haben (zumin­dest wenn du ähn­lich hor­test wie ich). Zu früh gefreut!

Die­se Woche habe ich mir zum Ziel gemacht, dei­ne Lese- und Pod­cast-Lis­ten wie­der zu fül­len.

Auf die Ohren …

Audio erleb­te in den letz­ten Jah­ren einen Revi­val. Das hat ver­mut­lich auch damit zu tun, dass unse­re Gesell­schaft immer mobi­ler wird. Wir ver­brin­gen mehr und mehr Zeit in öffent­li­chen und pri­va­ten Ver­kehrs­mit­teln. Noch rasan­ter als der Anteil der Pendler*innen steigt fol­ge­rich­tig die Pod­cast­nut­zung in Deutsch­land.

Ich bin seit 2015 reger Pod­cast-Hörer. Aktu­ell beläuft sich mein täg­li­cher Kon­sum der Audio­häpp­chen auf durch­schnitt­lich 80 Minu­ten. Wäh­rend die­sen 80 Minu­ten früh­stü­cke, put­ze und koche ich vor allem – neben­bei höre ich Pod­casts.

Hier eini­ge Pod­cast, die beson­ders hörens­wert sind:

Augen auf!

Neben dem Medi­um Audio bin ich bekann­ter­ma­ßen ein Freund des guten Tex­tes. Mei­ne Lese­lis­te ist ähnelt einer Hydra: Kaum habe ich die­se eine lan­ge, mit­rei­ßen­de Repor­ta­ge aus dem let­zen Jahr end­lich gele­sen, lan­den zwei neue Tex­te auf ihr.

Den­noch hal­te ich mich mit Lese­emp­feh­lun­gen nicht zurück. Zeit fin­det sich immer, wenn man sie sich nimmt (sie­he Parkinson’s Law).

Mei­ne Lon­greads für den Som­mer­ur­laub:

Auf mei­nem Blog

Nächs­ten Sonn­tag kommt dann wie­der eine rich­ti­ge Wochen­schau. Aktu­ell lese ich Mary Trumps Psy­cho­gramm “Too Much and Never Enough”. Nächs­te Woche wer­de ich an die­ser Stel­le die bemer­kens­wer­tes­ten Pas­sa­gen des Buches bespre­chen. Außer­dem ist ein Blick nach Hes­sen geplant.

Bis dahin wün­sche ich eine ange­neh­me Zeit und viel Freu­de mit den Emp­feh­lun­gen!

Domi­nik Lawetz­ky

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Intern: Bei­trag auf hr2-kul­tur

  • Beitrags-Kategorie:In eigener Sache
  • Lesedauer:1 Minuten zum Lesen

Heu­te strahl­te hr2-kul­tur in sei­ner Som­mer­rei­he „Wo sich hes­si­sche Kul­tur­schaf­fen­de erho­len“ einen Bei­trag mit mir aus. Wir waren in den Elt­vil­ler Wein­ber­gen.

Bildschirmfoto von dem Beitrag mit mir auf der hr2-kultur-Website

Zusam­men mit der Volon­tä­rin Jan­ni­ka Käm­mer­ling bin ich durch die Elt­vil­ler Wein­ber­ge gewan­dert und habe über mein Ver­hält­nis zur Natur gespro­chen:

„Natur ist belas­sen – frei von mensch­li­chen Ein­flüs­sen. Jetzt wür­den mir die wider­spre­chen, die den Men­schen als Tier in die Natur ein­rech­nen. Aber der Mensch selbst hat es wun­der­bar ver­stan­den, sich von der Natur zu ent­kop­peln. Ich glau­be nicht, dass der Mensch da noch für sich bean­spru­chen darf, Teil der Natur zu sein.“

Außer­dem spra­chen wir über die mora­li­sche Ver­ant­wor­tung beim Kli­ma­schutz.

Hier geht’s zur hr2-kul­tur-Som­mer­rei­he.

Und hier geht es direkt zur Audio des Bei­trags mit mir.

Weiterlesen Intern: Bei­trag auf hr2-kul­tur

Update: Der „Ral­ly ‘round the flag“-Effekt

  • Beitrags-Kategorie:Politik
  • Lesedauer:3 Minuten zum Lesen

Anfang April schrieb ich hier erst­mals zum Phä­no­men des „Ral­ly ‘round the flag“-Effekts:

Die Zustim­mungs­wer­te – erfragt in der „Sonn­tags­fra­ge“ – für die Regie­rungs­par­tei­en CDU/​CSU und SPD stei­gen seit Mit­te März signi­fi­kant. Das ist wäh­rend einer Kri­se die­ses Aus­ma­ßes nicht unge­wöhn­lich. In der Poli­tik­wis­sen­schaft spricht man hier von einem „Ral­ly ‘round the flag“-Effekt: die Bevöl­ke­rung ver­sam­melt sich um ihre poli­ti­sche Füh­rung.

Nach drei wei­te­ren, nicht min­der kri­sen­rei­chen Mona­ten sta­bi­li­sie­ren sich die Umfra­gen und die ver­mut­lich län­ger­fris­ti­gen elek­to­ra­len Aus­wir­kun­gen der Coro­na­kri­se mani­fes­tie­ren sich. Es lohnt sich ein zwei­ter Blick …

Als Stich­tag für den Beginn der Coro­na­kri­se in Deutsch­land eig­net sich der 16. März, an dem flä­chen­de­ckend die Schu­len geschlos­sen wur­den. Das deckt sich auch mit der Ent­wick­lung der Zustim­mungs­wer­te.

In der fol­gen­den Gra­fik wird deut­lich sicht­bar, dass die Zustim­mungs­wer­te​*​ der Uni­on als Fol­ge des Beginns der Coro­na­kri­se anstie­gen; bei der SPD ist der Zuwachs hin­ge­gen gerin­ger.

Entwicklung der Zustimmungswerte (Sonntagsfrage) seit Beginn des Jahres 2020 nach Infratest Dimap
Gra­fik 1 (Klick auf die Gra­fik zur Ver­grö­ße­rung!)

Die Oppo­si­ti­ons­par­tei­en büßen seit Anfang März alle­samt Zustim­mung ein. Dabei sind die Ver­lus­te seit Beginn des Jah­res pro­zen­tu­al gese­hen bei der FDP (44,44 %) und der AfD (28,57 %) am größ­ten. Die FDP liegt aktu­ell genau auf der kri­ti­schen Fünf-Pro­zent-Mar­ke.

Entwicklung der Zustimmungswerte (Sonntagsfrage) seit Beginn des Jahres 2020 nach Infratest Dimap
Gra­fik 3 (Klick auf die Gra­fik zur Ver­grö­ße­rung!)
(Bit­te die über­flüs­si­gen Nach­kom­mestel­len bei den rela­ti­ven Ver­lus­ten igno­rie­ren.)

Nach einem Höhe­punkt für die Regie­rungs­par­tei­en und einem Tief­punkt für die Oppo­si­ti­ons­par­tei­en sta­bi­li­sie­ren sich seit Mit­te Juni die Zustim­mungs­wer­te. Die soge­nann­te Gro­ße Koali­ti­on aus Uni­on und SPD hat in der Sonn­tags­fra­ge nur eine knap­pe Mehr­heit (53 %).

Gestärkt geht in jedem Fall die Uni­on aus der Coro­na­kri­se her­vor (+10 Pro­zent­punk­te). Mit den Grü­nen ergibt sich dadurch eine Mehr­heit von 57 Pro­zent.

Zustimmungswerte von CDU/CSU stabilisieren sich mit einem Plus von circa 10 Prozentpunkten
Gra­fik 4 (Klick auf die Gra­fik zur Ver­grö­ße­rung!)
Nachlassende Volatilität bei den Zustimmungswerten bzw. Stabilisierung der Zustimmungswerte
Gra­fik 5 (Klick auf die Gra­fik zur Ver­grö­ße­rung!)

Eine Deu­tung des Phä­no­mens habe ich in mei­nem Arti­kel vom 5. April vor­ge­nom­men:

Der „Ral­ly ‘round the flag“-Effekt lässt sich sozi­al­psy­cho­lo­gisch (ver­ein­facht!) erklä­ren: In einer Kri­se stre­ben die meis­ten danach, die Ver­ant­wor­tung für die Kri­sen­be­wäl­ti­gung an eine Instanz aus­zu­la­gern, die sich in der Ver­gan­gen­heit bereits „bewährt“ hat und folg­lich dazu imstan­de scheint, auch die­se Kri­se zu bewäl­ti­gen. Das lässt sich auch im mikro­so­zio­lo­gi­schen Raum beob­ach­ten: So gibt es in den meis­ten Fami­li­en den „Kri­sen­ma­na­ger“. Tritt eine Kri­se ein, setzt bei den Fami­li­en­mit­glie­dern ein Zustand der Apa­thie ein – stumm wird die Ver­ant­wor­tung an den „Kri­sen­ma­na­ger“ dele­giert, der (meist dank­bar) das Steu­er über­nimmt. In einem Staat ist die­se Instanz ent­spre­chend die Regie­rung. In der Kri­se schlägt die Stun­de der Exe­ku­ti­ve.

Eige­ne Daten: Gra­fi­ken als Vek­to­ren /​ Excel-Tabel­le

Wei­te­re Umfra­ge-Daten: Sta­tis­ta


  1. ​*​
    Im Fol­gen­den bezie­he ich mich auf die Erfas­sun­gen von Infra­test Dimap, sie­he: https://​www​.infra​test​-dimap​.de/​u​m​f​r​a​g​e​n​-​a​n​a​l​y​s​e​n​/​b​u​n​d​e​s​w​e​i​t​/​s​o​n​n​t​a​g​s​f​r​a​ge/
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