Interview mit #grüngehtdoch

Anfang März habe ich der Initia­tive #grün­geht­doch ein Inter­view zu mei­nem Enga­ge­ment bei Fri­days for Future gege­ben und erläu­tert, wel­che Rolle Bil­dung beim Kli­ma­schutz spielt.

Hier das gesamte Inter­view:

Domi­nik war von 2018 bis 2019 als Schü­ler­spre­cher am Gym­na­sium Elt­ville tätig. Wäh­rend die­ser Zeit hat die Schü­ler­schaft zahl­rei­che neue Initia­ti­ven zuguns­ten von Natur und Klima gestar­tet; die­ses Enga­ge­ment wurde vom Rhein­gau-Tau­nus-Kreis mit dem „Klasse Klima“-Preis aus­ge­zeich­net. Anfang 2019 half er beim Auf­bau der Wies­ba­de­ner „Fri­days for Future“-Ortsgruppe. Schwer­punkt bei sei­nem Enga­ge­ment sind Fra­ge­stel­lun­gen der poli­ti­schen Struk­tu­ren und der Kom­mu­ni­ka­tion in Sachen Kli­ma­schutz.

Domi­nik, du bist eines der bekann­tes­ten Fri­days-for-Future-Gesich­ter im Rhein­gau. Wie kam es dazu, gab es einen Anlass?

So lange ich den­ken kann inter­es­siere ich mich für Poli­tik und Wis­sen­schaft. Da gehört es zu den grö­ße­ren Ärger­nis­sen, dass bei­des nicht immer in Ein­klang zu brin­gen ist: In der Wis­sen­schaft geht es um Sachur­teile, in der Poli­tik spie­len Werte eine grö­ßere Rolle. Nur gibt es The­men, bei denen Werte nicht der Maß­stab aller Dinge sein soll­ten – der all­mäh­li­che Kol­laps unse­res Öko­sys­tems ist eines davon. Die Poli­tik reagiert auf Reize von außen. Genau das wollte ich sein! Als Teil eines viel grö­ße­ren Rei­zes, einer Bewe­gung: Fri­days for Future.

Bist du zufrie­den mit der Reso­nanz auf dein Enga­ge­ment an dei­ner ehe­ma­li­gen Schule, das Gym­na­sium in Elt­ville, hast du Unter­stüt­zung bekom­men und so ja: von wem?

Wenige Insti­tu­tio­nen haben sich in den letz­ten 100 Jah­ren als der­art träge erwie­sen wie Schu­len. Das spie­gelt sich lei­der auch in der Men­ta­li­tät derer wider, die in die­ser Insti­tu­tion arbei­ten. Sagen wir es so: Einen grü­nen Tep­pich haben sie uns nicht aus­ge­rollt, aber uns wur­den auch keine allzu gro­ßen Steine in den Weg gelegt.

Eines sei denen gera­ten, die sich in Schu­len für mehr Kli­ma­schutz ein­set­zen wol­len: Gegen die Insti­tu­tion zu arbei­ten, ist keine Option und führt nur zu viel Frus­tra­tion. Natur­wis­sen­schaft­li­ches, aber auch sozi­al­wis­sen­schaft­li­ches Know-how sind essen­zi­ell, um die kom­ple­xen Zusam­men­hänge bei der Kli­ma­po­li­tik zu ver­ste­hen. Genau muss man anset­zen – zum Bei­spiel mit Vor­trä­gen, Arbeits­grup­pen und Exkur­sio­nen. Im Mai halte ich zusam­men mit einer Mit­strei­te­rin einen Vor­trag für Mittelstufenschüler:innen zum Thema „Die indi­vi­du­elle und kol­lek­tive Ver­ant­wor­tung an der Kli­ma­krise“. Letz­tes Jahr haben wir den Fünft- und Sechstklässler:innen den Treib­haus­ef­fekt erklärt – das kam sehr gut an.

Was möch­test du in die­sem Bereich (z. B. für die Schule, den Rhein­gau, Deutsch­land) noch errei­chen?

Der Reiz ist nun gesetzt, die Reak­tion steht zu gro­ßen Tei­len noch aus. Vor allem die Kom­mu­nal­po­li­tik hat eini­ges an Nach­hol­be­darf in Sachen Kli­ma­schutz. Städte wie Elt­ville machen viel rich­tig, da kön­nen sich andere eine Scheibe abschnei­den. Im Übri­gen ist Patrick Kun­kel, der Elt­vil­ler Bür­ger­meis­ter, ein CDU­ler. Das beweist: Kli­ma­schutz ist keine Werte‑, son­dern eine Sach­frage!

In einem Jahr sind Kom­mu­nal­wah­len, und ich hoffe, dass dann eine neue Genera­tion sach­ori­en­tier­ter Politiker:innen jen­seits von Par­tei­gren­zen den Kli­ma­schutz vor­an­trei­ben wird.


Anmer­kung: Die oben ange­spro­chene Ver­an­stal­tung für Mittelstufenschüler:innen wird wegen der aktu­el­len „Corona“-Pandemie aus­fal­len.

Schreibe einen Kommentar